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Bericht

Spiegel berichtet über Mogeleien in der Biobranche

Bioäpfel
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
10.04.2017

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet der Spiegel über Mogelein in der Biobranche. Die starke Nachfrage werde nicht selten mit fragwürdigen Praktiken bedient.

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel über Tricksereien in der Biobranche. Demnach könne die heimische Produktion die ständig steigende Nachfrage nur unzureichend bedienen. So hätten die Konsumenten im Jahr 2016 Ökolebensmittel im Wert von 9,5 Milliarden Euro erzeugt, ein Plus von 44 Prozent gegenüber 2011. In dem Zeitraum ist die heimische Anbaufläche jedoch nur um 17 Prozent gewachsen. Als Grund führt der Autor "steigende Bodenpreise, subventionierte Biogasanlagen mit hohem Flächenbedarf und politisches Desinteresse" an.

Als Folge der Entwicklung und um den Bedarf an Rohstoffen zu decken, nähmen es "Verbände und Unternehmen mit den eigenen Grundsätzen zuweilen nicht so genau".

Fonds sucht nach Investoren für Ökoflächen in Osteuropa

So wirbt laut Spiegel aktuell ein "Bio Agrar Fonds" um Investoren, um für 250 Mio. Euro rund 40.000 ha Fläche in Zentral- und Osteuropa zu kaufen. Neben dem Hamburger Investmenthaus MPC Capital sei bei dem "Landgrabbing" auch eine frühere Tochter des Bioland-Verbandes, die Firma Bioland Markt, beteiligt.

Anmerkung der Redaktion: In einer aktuellen Pressemeldung geht Bioland Markt auf die Anschuldigungen ein und schreibt, dass es "keinen "Bio Agrar Fonds" für große Investoren gibt, sondern drei Familien, die mit einem langfristigen Horizont von mehr als 20 Jahren in ökologisch arbeitende Betriebe in Osteuropa investieren. Dafür werden in der Regel landwirtschaftliche Flächen von den Kleinsteigentümern gepachtet." Dieser Hinweis wurde am 11. April von agrarheute ergänzt und war in der ursprünglichen Meldung nicht enthalten.

Umdeklarierte Bio-Ware

Außerdem setze die - inzwischen global vernetzte - Ökobranche aus Sicht des Autors "vielerorts auf Masse, Größe und Produktion unter Plastikplanen".

Weiter führt der Spiegel Fälle auf, in denen Ware und Futtermittel umdeklariert worden sei. So seien beispielsweise Ende 2016 aufgrund von Engpässen EU-Biomöhren zu heimischer Naturland-Ware umdeklariert worden, die zu höheren Preisen verkauft werden können.

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