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Aufreger

Spottpreis: Billig-Fleisch löst Shitstorm aus

Schweinefleisch von Aldi Süd
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Eva Eckinger, agrarheute
am
31.05.2017

Ein Angebot bei Aldi Süd trat auf Facebook eine Welle der Empörung los. Für 1,99 Euro gibt es 600 Gramm Nackensteak.

Wie die Berliner Zeitung berichtet, löste ein Billig-Angebot bei Aldi Süd einen Shitstorm im Internet aus. Für nur 1,99 Euro sollte es - passend zum aktuell perfekten Grillwetter - 600 Gramm Nackensteak geben. Doch das Fleisch zum Billigpreis stieß zahlreichen Verbrauchern sauer auf.

Facebook-User prangert Fleisch-Billigpreis an

Das Schnäppchen löste so gar keine Begeisterung aus, sondern rief Empörung hervor. Facebook-User Dominik Boisen verfasste einen Post zu diesem "Super Angebot" und sprach damit offenbar vielen Verbrauchern aus dem Herzen. Er prangert den Spottpreis an und ruft in Erinnerung, dass man hier weniger als zwei Euro für mehr als ein halbes Kilo Fleisch bezahlen müsse.

Billigangebot: Marge bleibt auch noch übrig

"Wenn man die Marinade, die Plastikverpackung und die Tamponage, den Transport und die sonstigen Logistik- und Dienstleistungskosten aller am Produkt Beteiligten - vom Bauern, über den Schlachthof, bis hin zum Verkaufspersonal im Laden - abzieht und dann noch berücksichtigt, dass ihr bei der ganzen Geschichte sicherlich nicht drauf legt, sondern am Ende auch noch eine Marge übrig bleibt, kann man sich in etwa ausrechnen, was bei Euch das Fleisch "wert" ist, das am Ende auf dem Teller liegt. Von preiswert kann bei diesem Angebot sicher keine Rede sein."

User greift Aldi Süd an

Shitstorm gegen Aldi Süd

"Das ist einfach nur billigster Dreck, für dessen Produktion alles und jeder bis zum Anschlag ausgebeutet wurde - am meisten die, die sich am wenigsten wehren können: die Tiere. Ich bin kein ideologisch verblendeter Ökofaschist, aber das, was Ihr tut, ist einfach nur krank [...] Es wäre für Euch ein Leichtes, Eure Marktdominanz zu nutzen, um mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Zustände positiv zu verändern. Aber daran habt Ihr gar kein Interesse."

Aldi Süd postet Stellungnahme

Aldi Süd löschte anfangs das Posting, da es gegen die Netiquette verstoßen habe, berichtet die Berliner Zeitung. Das wiederum löste eine neue Shitstorm-Welle aus. Schließlich machte der Discounter den Text wieder sichtbar und gab zuerst eine knappe Stellungnahme dazu ab:

Aldi Süd spricht von 'Gesellschaftlicher Verantwortung'

"[...] Zunächst möchten wir dir sagen, dass wir deinen Post nicht verborgen haben, weil wir dazu keine Stellungnahme abgeben wollten, sondern weil er gegen unsere Netiquette verstoßen hat. [...] Wir wissen, dass wir als einer der führenden Discounter die Aufgabe haben, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – dies gilt nicht nur in Bezug auf Menschen und unsere Umwelt, sondern auch für den Umgang mit Tieren."

Aldi bringt Initiative Tierwohl ins Spiel

"Mit unserem Engagement in der branchenübergreifenden, freiwilligen Initiative Tierwohl setzen wir uns für die Förderung einer tierartgerechten und nachhaltigen Fleischerzeugung ein. Die Initiative hat mit Wissenschaftlern und Tierschützern ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Tierhaltung für Schweine und Geflügel entwickelt. Ausführliche Informationen zu unserer Tierwohl-Einkaufspolitik findest du hier [...]."

Fleischkonsum reduzieren oder mehr Tierwohl

Die Reaktionen der Facebook-User ließen nicht lange auf sich warten und so geht die Diskussion weiter. Am Montag schließlich folgte dann eine weitere Erklärung von Aldi Süd.

Die Meinungen im Netz sind mannigfaltig und reichen von einer generellen Reduzierung des Fleischkonsums bis hin zu größerer Transparenz und mehr Tierwohl. Aber in einem sind sich die meisten User einig: 1,99 Euro für 600 Gramm Nackensteak sind deutlich zu wenig.

Mit Material von BZ Berliner Zeitung, Dominik Boisen, Aldi Süd, Facebook.com

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