Login
Politik national

Stallmist zwischenlagern: In Niedersachsen gibt's neue Regeln

von , am
06.10.2015

Seit Ende September gelten in Niedersachsen neue Regeln für die Zwischenlagerung von Stallmist und Geflügelkot. Auf landwirtschaftlichen Flächen können sie maximal sechs Monate zwischengelagert werden.

Eine Zwischenlagerung von Geflügelfrischkot und von festen organischen Düngemitteln ist nicht zulässig. © Mühlhausen/landpixel
In einem gemeinsamen Erlass haben Agrar- und Umweltministerium in Niedersachsen die Anforderungen an die Zwischenlagerung von Stallmist und Geflügelkot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen neu geregelt. Die neuen Regelungen gelten seit 30 September. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) berichtet, kann es bei unsachgemäßer Zwischenlagerung von Stallmist und Geflügelkot zu einer Verschmutzung des Grund- und Oberflächenwassers kommen. Aus diesem Grund stelle die Zwischenlagerung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen grundsätzlich keine Alternative zur ortsfesten Lagerung dar und entbinde Landwirte nicht von der Verpflichtung, eine befestigte Dungplatte zu errichten.
 

Stallmist maximal sechs Monate zwischenlagern

Die Zwischenlagerung von Stallmist und Geflügelkot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist auf die Dauer von maximal sechs Monaten begrenzt. Sie ist vom Umfang auf eine Menge zu begrenzen, welche
  • bedarfsgerecht auf der Fläche der Lagerung und
  • auf Flächen in unmittelbarer Nähe zur Zwischenlagerstätte aufgebracht werden soll.

Geflügelfrischkot darf nicht zwischengelagert werden

Eine Zwischenlagerung von Geflügelfrischkot sowie von festen organischen Düngemitteln ist laut LWK Niedersachsen nicht zulässig. Das Lager ist mietenförmig bei möglichst kleiner Grundfläche aufzusetzen und mit einer Folie oder einem Vlies (Rübenvlies) abzudecken. Eine Lagerung in Zone II von Wasserschutzgebieten ist unzulässig.

Verstöße führen zu Kürzung der Direktzahlungen

"Nach § 103 Abs. 1 Nr. 4 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen den Vorschriften des WHG Stoffe auf landwirtschaftlich genutzten Flächen lagert", schreibt die LWK Niedersachsen weiter. Hierbei gelte bei der Beurteilung der Besorgnisgrundsatz. Die Lagerung von Silage und Festmist in nicht ortsfesten Anlagen ist Bestandteil der  anderweitigen Verpflichtungen (cross compliance). Verstöße führen zu einer Kürzung der Direktzahlungen.  
Auch interessant