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Dorf und Familie

Starke Milchbauern, viele Wildschweine und hartnäckige Brachflächen

Externer Autor
am
28.08.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Wie bekommt man eine jahrelange Brachfläche urbar? Wie stark sind die Europäischen Milchbauern? Und lohnt eine Zisterne beim Stallneubau?

70 ha Brachfläche reaktivieren... nur wie ?
 
Vor 3 Wochen fragte Terragator: "Wir sind gerade dabei, 70 ha Fläche urbar zu machen. Vor ca. 40 Jahren wurde der Wald gerodet und die Wurzeln entfernt. Recht viel mehr wurde seitdem nicht mehr gemacht. Hin und wieder gemulcht, ansonsten nichts. Wir sind jetzt dabei alles zu mulchen, und anschließend wollen wir mit Glyphosat drüber gehen. Es muss allerdings vieles mit einer Raupe eingeebnet werden, und es gibt wahnsinnig viele Wurzeln. Wie würdet ihr vorgehen?"
 
Unter anderem wurde ihm von 2011 geraten: "Ich war mal auf einen Vortrag von einen der in Russland 30.000 ha gerodet und Ackerflächen daraus gemacht hat! Die haben die bis zu 40 Jahre alten Bäume meist Birken mit einen Forstmulcher (deutsches Fabrikat aus der Nähe von Augsburg, Marke weiß ich nicht mehr) einfach umgedrückt und zusammengemulcht (JD Schlepper in Schubfahrt lief angeblich 4.000Std pro Jahr) danach haben die die Flächen nur mit Scheibeneggen bearbeitet, in den ersten Jahren mit so einen russischen Teil mit ziemlich großen Scheiben, nach 2-3 Jahren gingen dann auch westliche Scheibeneggen,"
 
Und auch Andi24 meint: "Allso wenn du es mit einem normalen Mulcher abmulchen kannst, dann müsste es mit einer Scheibenegge zu bearbeiten gehen. Ich würde es 2-3mal mit der Scheibenegge bearbeiten, damit müsste das Gröbste beseitigt sein. Restliche Äste und Wurzeln kann man bei Bedarf mit einer Egge abschleppen."
 
Diese Woche präsentiert Terragator die ersten Ergebnisse:

EU-Milchbauern und Molkereien enorm konkurrenzstark

schlepperbande macht sich Gedanken über die aktuelle Krise: "Manchmal werden Qualitäten erst in der Krise deutlich sichtbar. So ist auch die jetztige Milchpreisschwäche der Zeitpunkt, die Stärken der EU-Milchwirtschaft unter Beweis zu stellen. Dass China und Russland sich beim Import einschränken, liegt in deren Ermessen und nicht an der mangelnden Konkurrenzfähigkeit der EU-Mopros. Außerhalb dieser Staaten erfreut sich der EU-Export guter Entwicklungen. Und erstmals können die Milchbauern autonom ohne Angst vor Positionsverlusten ihre Produktionsmenge steuern. Sie sind in der Lage, zu geringeren Kosten als vermutet zu produzieren. Ihre Anteile am Milchweltmarkt sind nicht geschrumpft, ganz im Gegenteil. Die Land- und Milchwirtschaft zeigt auch, wie erfolgreichsträchtig das Konzept eines vergemeinschafteten Wirtschaftsraumes ist, während die Nationalstaaten noch um fiskalische Kompetenzen rittern, die abzugeben schon höchste Zeit gewesen wäre. So belastend die sich hinziehende Milchpreiskrise auch ist, sie ist längst überfällige Therapie für die vorausgegangene Expansion." 
 
rocknrolldirk schreibt dazu: "Hab ich mir auch kürzlich gedacht. Wir haben einen Heimatmarkt der bei niedrigen Preisen aufnahmefähig ist und so Dellen im Export ausgleichen kann. Deshalb können wir auch in Preiskrisen ungebremst weiterproduzieren, ohne dass die Milch wirklich liegen bleibt - dadurch sind wir dann in Zeiten in denen der Export gut läuft sofort voll da und können Geld verdienen. Neuseeland hat keinen Heimatmarkt. Wenn der Export bei den Kiwis nicht läuft, sinken die Preise sehr rabiat und die Produktion wird zurückgefahren, was nicht zum Nulltarif zu machen ist. Den Weltmarkt erschlossen haben wir trotz Kostenbelastung und Lieferhemmnis durch die Quote, beides fällt jetzt weg. Wir haben eine hervorragende Position." 
 
altilla hat da eine andere Meinung: "Meinst du das ernst oder ironisch????
Wirkliche Stärke am Markt habe ich bei einem anderen Unternehmen festgestellt. Mitteilung: Aufgrund gestiegener Rohstoffpreise und Vorkosten erhöhen wir unsere Preise zum... um ... %. Wenn die Milchwirtschaft der EU das kann, dann ist sie stark, alles andere ist ein schwacher Scheinriese."
 

Mehr Wildschweine, mehr Schäden: Was tun?

sonnenstrahlenverknoter kommentiert einen Artikel auf agrarheute.com: "Das Wildschweinproblem läßt sich nur durch ein gutes Miteinander von Landwirten + Jägern lösen. Das fängt schon bei der Jagdverpachtung an. Es gilt nicht, das Maximum an Jagdpacht zu erzielen - sondern das Maximum an Sachkunde und gutem Miteinander!
Ich bin als LU in diversen Landkreisen unterwegs - wenn man aufmerksam in die Fläche schaut - weiß man schon recht schnell, ob das Verhältnis der Landwirte zu den Jägern gut ist oder eben nicht. In den extremsten Jagdrevieren geht´s dann so weit, das Jäger Bachen-Urin (ca.300,-€/l) von Ferkelerzeugern ankaufen um damit Wildschweine ins Revier zu locken, dazu übertriebene Kirrung u.a. !. Es ist also keineswegs immer klug, finanzstarke Jäger zu haben - mit Geld wird oftmals Unfug betrieben." 
 
eisenkraut meint dazu: "Mit Geld kann man sich leider auch "Freunde" kaufen, Wildschäden leisten und Reviere in 600 km Entfernung pachten... Der lokale kurze Dienstweg ist allerdings deutlich netter, führt zu besseren sozialen Kontakten und mehr Wild auf dem Teller"
 
Auf die Meinung von Varminter:" Den Jäger möchte ich sehen, der 300 € pro Liter für Saupisse zahlt, um noch mehr Sauen im Revier zu haben. Abgesehen davon hast du NULL AHNUNG, wozu eine Kirrung angelegt wird: um Sauen von der Ernte weg an Stellen zu locken, wo man sie leichter umlegen kann... " antwortet FarmFritz: "Das zwar nicht, jedoch kenne ich auch solche Idioten, die bewußt die Schweine ins Revier locken nur um dem "Jagdnachbarn" zu beweisen, daß er noch mehr erlegen kann."

Wer hat Erfahrung mit betrieblicher Zisterne bei Stallneubau

Das fragt Freigeist: "Wir überlegen den Bau einer Zisterne, um Wasser zu sparen. Mit dem Zisternenwasser könnte z.B. der Melkstand oder Maschinen gereinigt werden. Wer hat eine solche Zisterne in Betrieb? Worauf muss beim Bau geachtet werden?"
 
Auf die Frage von Kuhprofi: "Wieso baust du keinen Brunnen?"  meint Freigeist: "Brunnen haben wir. Wir wissen jedoch nicht, wie erträglich er bei künftig höherer Entnahmen sein wird. Bisher ist er noch nie trocken gefallen. Das Grundwasser müssen wir jedenfalls auch mit einer Elektropumpe hochpumpen. Das kostet jetzt schon Strom. wir könnte also genauso gut aus einer Zisterne pumpen, um das Trinkwasser zu schonen."
 
uglug antwortet: "Bei uns läuft das Wasser vom Dach der Maschinenhalle in nen Löschbunker (ca. 20 m3 Erdtank). Nehmen das Wasser zum Spritzen und hin und wieder zum Spalten durchspülen her, aber k.A. wie die Qualität ist... Würde es aber zum Melkstand oder Maschinen waschen bedenkenlos verwenden. Da eigener Brunnen vorhanden, ist es den Aufwand aber nicht wert."
 
Und Matthias schreibt: "Für die Melkstandspülung muss man in jedem Fall Wasser in Trinkwasserqualität vorweisen. Bedeutet entweder Wasser aus der Leitung oder Brunnenwasser mit Attest. Wenn die Gefahr besteht, dass der Brunnen es nicht schafft würde ich evtl mal mit einen Brunnenbauer reden. So einen Brunnen zu bohren, ist heute meist gar kein so großes Problem auch wenns etwas tiefer geht...  Auch beim Tränkewasser wäre ich etwas Vorsichtig mit Regenwasser, auch wenn es die Kühe sehr mögen ist der Eintrag und die Vermehrung von Keimen in so einer Zisterne nicht zu unterschätzen."

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