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Wirtschaft

Starkes Geschäftsjahr für Bayer CropScience

AgE
am
04.03.2013

Leverkusen - Sehr gute Resultate hat Bayer CropScience, das "Agrargeschäft" der Bayer AG, für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt.

Nach Angaben des Bayer-Vorstandsvorsitzenden Dr. Marijn Dekkers erzielte der Teilkonzern in einem attraktiven Marktumfeld einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro; das waren 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
 
"Dieser Erfolg ist beeindruckend, da auch schon 2011 ein sehr gutes Jahr für CropScience war", erklärte Dekkers. Das Wachstum beruhe im Wesentlichen auf einem guten Geschäft mit neuen Produkten im Pflanzenschutzbereich sowie einer starken Geschäftsexpansion bei Saatgut. Ebenfalls positiv habe sich das Segment Environmental Science entwickelt.

Spitzenwerte zum 150-jährigen-Bestandsjubiläum

Auch die Neuausrichtung der Vertriebs- und Marketingaktivitäten und ein gestrafftes Produktsortiment hätten zu dem erfreulichen Geschäftsverlauf beigetragen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen verbesserte sich bei CropScience laut Dekkers um 21,4 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Dieser Zuwachs resultiere vor allem aus deutlich gestiegenen Absatzmengen und positiven Währungseinflüssen. Insgesamt erhöhte sich 2012 der Umsatz der Bayer AG um 8,8 Prozent auf 39,8 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Spitzenwert in der 150-jährigen Unternehmensgeschichte; das Konzernergebnis lag allerdings mit 2,44 Milliarden Euro rund ein Prozent unter dem Vorjahreswert.

Rekordkurs soll fortgesetzt werden

CropScience kann auch für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2012 gute Zahlen vorweisen. Mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro wurde der Wert des Vorjahreszeitraums um 10,7 Prozent übertroffen, und das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 289 Millionen Euro um sechs Prozent höher als vor Jahresfrist. Optimistisch ist der Teilkonzern auch für das laufende Geschäftsjahr. Gerechnet wird für 2013 mit weiterhin guten Marktbedingungen, und CropScience geht davon aus, stärker als der Markt zu wachsen. Erwartet wird eine Steigerung des Umsatzes im oberen einstelligen Prozentbereich "in Richtung neun Milliarden Euro". Beim um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA strebt CropScience ebenfalls einen Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich an.

Bei Innovationen erfolgreich

Wie Dekkers mitteilte, ist Bayer auch im Teilkonzern CropScience bei Innovationen erfolgreich. Sowohl im Pflanzenschutz als auch in der Saatguttechnologie habe man eine gut gefüllte Entwicklungspipeline mit vielversprechenden Projekten. Produkte, die im Zeitraum 2011 bis 2016 auf den Markt kämen, hätten ein Spitzenumsatzpotential von mehr als vier Milliarden Euro. Diese Produkte zeichneten sich durch Qualitäten aus, die den Landwirten und den Verbrauchern nützten. Die spezifischen Vorteile ausgewählter Neuentwicklungen reichten von Salz- und Überschwemmungstoleranzen im Reisanbau über Ertragssteigerungen von wichtigen Feldkulturen bis hin zu einer längeren Haltbarkeit von Obst und Gemüse. Bei CropScience wolle Bayer mittelfristig über den Markt wachsen und den Umsatz bis 2015 an die Marke von 10 Milliarden Euro heranführen, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Dazu sollten allein die Pflanzenschutzprodukte, die seit 2006 eingeführt worden seien oder noch eingeführt würden, etwa 1,9 Milliarden Euro beitragen. Für CropScience würde das laut Dekkers insgesamt ein durchschnittliches Wachstum von rund sechs Prozent pro Jahr bedeuten, und das mit einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 24 Prozent.

Wachstum in allen Bereichen

Dem Geschäftsbericht von Bayer zufolge erhöhte sich der Umsatz in der Sparte Crop Protection im Jahr 2012 währungs- und portfoliobereinigt um 13 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Bei Crop Protection gab es durchweg ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich, wobei sich vor allem der Ausbau des Geschäfts mit Saatgutbehandlungsmitteln positiv niederschlug, aber auch die neuen Insektizide, Fungizide und Herbizide. Zu der guten Entwicklung trugen außerdem alle Regionen bei. In Europa stieg der Umsatz um 8,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Sehr erfolgreich liefen dort die neuen Produkte. Der Umsatz in Nordamerika erhöhte sich besonders kräftig, und zwar um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Diese Steigerung beruhe laut Bayer ebenfalls auf einer erfolgreichen Marktdurchdringung mit neuen Produkten sowie einem insgesamt guten Umfeld für Flächenkulturen und relativ hohen Preisen für Agrarrohstoffe. In der Region Asien/Pazifik erzielte CropScience einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und legte damit 8,6 Prozent zu. Wachstumstreiber waren dort insbesondere Saatgutbehandlungsmittel und Herbizide; auch die Fungizid- und Insektizidgeschäfte verzeichneten ein deutliches Umsatzwachstum. Einen überdurchschnittlichen Umsatzanstieg gab es für CropScience in der Region Lateinamerika/Afrika/Nahost; mit 1,9 Milliarden Euro wurde das Vorjahresergebnis um 14 Prozent übertroffen, getragen vom guten Geschäft mit Insektiziden in Brasilien und Argentinien und Absatzsteigerungen bei Saatgutbehandlungsmitteln.

Gemüsesaatgutgeschäft rückläufig

Im Geschäftsbereich Seeds steigerte Bayer den Umsatz währungs- und portfoliobereinigt im Berichtsjahr um 14 Prozent auf 962 Milliarden Euro. Auch in dieser Sparte trugen alle Regionen zum Wachstum bei, insbesondere jedoch Nordamerika. Ein prozentual zweistelliger Zuwachs der Erlöse konnte in den Kernkulturen Raps, Reis und Baumwolle erzielt werden. Demgegenüber war das Gemüsesaatgutgeschäft unter der Marke NunhemsTM leicht rückläufig, unter anderem aufgrund einer ungünstigen Preisentwicklung auf dem Gemüsemarkt. In der Sparte Animal Health, die im Teilkonzern HealthCare dem Bereich Consumer Health zugeordnet ist, kletterte der Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln entwickelte sich Bayer zufolge vor allem in den USA und Europa erfreulich.
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