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Umwelt

Steigende Population: Soviel kostet der Wolf

von , am
21.09.2015

Die Entwicklung der Wolfspopulation und deren Folgen lassen die Kosten in Niedersachsen in die Höhe schnellen. Doch von welchen Summen ist nun genau die Rede? Ein Abgeordneter hat nachgefragt.

Der niedersächsische Umweltminister gab Auskunft über die voraussichtlichen Kosten durch die Wolfswiederkehr. © fotolia/jamcgraw13
Wie hoch werden eigentlich die Kosten durch die Wolfswiederkehr in 2015 in Niedersachsen sein?
Das wollte der niedersächsische Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann (CDU) kürzlich vom Ministerium wissen.
 
Stefan Wenzel (Grüne), Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, gab namens der Landesregierung Auskunft auf diese mündliche Anfrage.

Förderrichtlinie "Wolf": Steigende Kosten

Wie in einer Mitteilung des Ministeriums berichtet wird, sind im Haushalt 2015 entgegen den von der Opposition geforderten 250.000 Euro nur 100.000 Euro für Präventions- und Billigkeitsleistung auf Grundlage der Förderrichtlinie "Wolf" vorgesehen. Die Ausgaben haben sich infolge der Populationsentwicklung jedoch deutlich erhöht und die genannten Summen stiegen stetig an.

Drei Fragen an den Umweltminister

Angermann stellte dem Ministerium infolgedessen drei Fragen, die von Stefan Wenzel im Rahmen einer Pressemeldung beantwortet wurden.
 
    1. Wie viele Fördermittel wurden in 2015 bisher für Präventions- und wie viele für Billigkeitsleistungen bewilligt?
    • 2015 wurden bisher (Stand 09.09.2015) Fördermittel in Höhe von 317.517,53 Euro für Präventionsmaßnahmen
bewilligt. Für Billigkeitsleistungen wurden im Jahr 2015 bisher (Stand: 09.09.2015) Fördermittel in Höhe von
17.472, 66 Euro bewilligt.

    2. Mit welchen Gesamtbewilligungen für Präventions- und Billigkeitsleistungen rechnet die Landesregierung bis zum Jahresende?
    • Die Landesregierung hat bis zum Jahresende 450.000 Euro für Präventionsmaßnahmen und 50.000 Euro für
Billigkeitsleistungen eingeplant, die zur Abwicklung der eingereichten Anträge bereit stehen.

    3. Mit welchen Kosten rechnet die Landesregierung analog der Populationsentwicklung für 2016 und 2017?
    • In den Jahren 2016 und 2017 wird für das Wolfsmanagement jährlich mit Sachkosten in Höhe von ca. 800.000 Euro gerechnet. Davon sind schätzungsweise 510.000 Euro für Kosten im Rahmen der Richtlinie Wolf zu veranschlagen.

    Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

    Wolf
    Am 7. Januar 2015 begegnete einem Förster in der Nähe von Munster (Niedersachsen) ein achtköpfiges Wolfsrudel. Glücklicherweise hatte er seine Kamera dabei. © R. de Mol
    Wolf
    Im Juli 2014 konnte mit einer Fotofalle diese Aufnahme eines Wolfspaares im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) gemacht werden. © Landesjägerschaft Niedersachsen / Olaf Kuball
    Wolf
    Bei diesem Fallen-Schnappschuss handelt es sich um einen Wolf aus dem Nieskyer Rudel. Es bewohnt das Gebiet im Landkreis Niesky in der Oberlausitz (Sachsen). 2014 sollen mindestens 4 Welpen geboren worden sein. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
    Wolf
    Im Juli 2014 wurden zwei Jährlinge des Nochtener Rudels abgelichtet. Das Rudel lebt vorwiegend im Tagebaugebiet Reichwalde in der Oberlausitz. Bei sogenannten Jährlingen handelt es sich um einjährige Jungtiere. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
    Wolf
    Einsamer Wolf? Eher nicht - dieser Grauhund stammt vom dem Nochtener Rudel aus der Oberlausitz. Er tappt Ende November 2014 in die Fotofalle. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
    Wolf
    7. März 2016: Im nördlichen Landkreis Starnberg ist letzte Woche am Montag ein Wolf fotografiert worden. Die Aufnahme stammt von einer routinemäßigen Kontrolle der automatischen Kamera. Das Tier weist dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es eindeutig von einem Hund unterscheiden. Das Landesamt für Umwelt soll aktuell die Aufnahme auswerten. © BLU
    Wolf
    Anfang Mai 2016 fotografierte ein Autofahrer diesen Wolf. Es ist der erste Bildnachweis aus Baden-Württemberg. Der Grauhund wanderte auf der Baarhochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alp. © privat/FVA
    Wolf
    April 2016: Bei der Kontrolle einer Wildtier-Kamera im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen) wurde dieses Foto entdeckt. Die Aufnahme vom 17. April zeigt eindeutig einen Wolf: das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf. © NPVBW
    Wolf
    Juli 2016: Im Raum Göhrde, Landkreis Lüchow-Dannenberg, konnte das neunte Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seit dem Jahr 2015 war dort ein territoriales Paar bestätigt, nun gelang mittels Fotos der Nachweis von mindestens sechs Wolfswelpen. © Gerhard Stark/LJN
    Wolfswelpen
    September 2016: In der Ueckermünder Heide tappten diese drei Wolfswelpen in die Fotofalle. © Bundesforstbetrieb BImA/Jüttner
    4 Wolfswelpen
    August 2016: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide nahm eine Fotofalle diesen Schnappschuss mit 4 Welpen auf. © BFB/Trave/BImA/N. Stier
    Wolf mit Waschbär
    Dezember 2016: Ein Spaziergänger fotografierte diesen Wolf mit Waschbär-Beute im Maul am Waldrand von Afferde bei Hameln. © Thomas Fietzek
    Wölfe
    Januar 2017: In der Kalißer Heide tappten diese fünf Wölfe in eine Fotofalle. Die Aufnahme bestätigt nun offiziell die Existenz eines weiteren Wolfsrudels in Mecklenburg-Vorpommern. © Forstamt Kaliß
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