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Wirtschaft

Steigern Direktzahlungen die Inflation?

aiz
am
02.03.2012

Brüssel - Alan Swinbank, emeritierter Professor von der englischen Universität Reading, will Direktzahlungen abschaffen. Stattdessen sollten die Mittel in der zweiten Säule verwendet werden.

Direktzahlungen sollen die Einkommen der Landwirte stützen. Allerdings kommt nur wenig davon an. Von den Direktzahlungen profitieren vor allem die Landbesitzer, betonte Alan Swinbank, emeritierter Professor von der englischen Universität Reading. Pächter und Einsteiger in die Landwirtschaft hätten das Nachsehen. Auch Käufer von Agrarerzeugnissen und Verkäufer von Betriebsmitteln würden die Direktzahlungen in ihre Forderungen einberechnen, weshalb sie einen inflationären Effekt hätten und kaum die Einkommen der Landwirte verbessern.

Experte will Direktzahlungen auslaufen lassen

Der Agrarökonom schlägt deshalb vor, die Direktzahlungen auslaufen zu lassen und die eingesparten Haushaltsmittel in der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu verwenden.
 
Die grundlegende Kritik am System der Direktzahlungen hörten sich die Abgeordneten des Europäischen Parlaments am Mittwoch in Brüssel an. Die Mehrheit lehnte die Thesen des Professors allerdings ab. Die Abgeordneten argumentierten mit den zahlreichen Auflagen an Landwirte in der EU und dem Erhalt einer flächendeckenden Bewirtschaftung, die die Direktzahlungen rechtfertigten. 
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