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Umwelt

Stellnetzfischerei einschränken

von , am
01.04.2013

In der Diskussion um die umstrittene Fangmethode geht Schleswig-Holstein nun neue Wege und lässt sich auf das Testen verschiedener Alternativen ein.

Schon seit geraumer Zeit fordern Naturschutzverbände die Abschaffung der Stellnetzfischerei. Diese beinahe unsichtbaren Netzwände, die durch Bojen im Meer fixiert werden, sind eine traditionelle, effektive Fangmethode, der jedoch jährlich auch Meeresvögel und Wale zum Opfer fallen.

Kompromiß gesucht

Nun gibt es diesbezüglich eine Annäherung zwischen Naturschützern und Berufsfischern in Schleswig-Holstein. Nach Änderung der Küstenfischereiverordnung soll noch 2013 die Stellnetzfischerei begrenzt werden. Auch Verbotszonen wird es geben. Gerade die kleine Fischerei versucht nun, zusammen mit Grünen-Minister Robert Habeck eine langfristige Lösung zu finden.

Keine Alternative zu Stellnetzen

Klar ist jedoch - es gibt gerade für die kleinen Haupt- oder Nebenerwerbsfischer keine Alternative zur Stellnetzfischerei. Sie hätten gegenüber der industriellen Großfischerei mit ihren Trawlern keine Überlebenschance. Zumal sich diese traditionelle Art der Küstenfischerei als weitaus ökologischer darstellt als die der Großfangflotten. Der einzige Weg führe über technische Änderungen an den Netzen.

Lösungsansätze

So sollen in Schleswig-Holstein nun alternative Wege beschritten und gefördert werden. Im Rahmen eines Forschungsprojekts will man unter anderem die Effektivität von am Netz befestigten Warnsignalen für Schweinswale, sogenannte PALs (Porpoise Alarm), untersuchen. Auch Langleinen seien saisonal im Winter eine Lösung. Am besten werden jedoch von den Berufsfischern die veränderten Stellnetze angenommen. Viele erklärten sich bereit, es mit niedrigeren Netzen oder Dorschreusen versuchen zu wollen. Zusätzlich soll zukünftig der Beifang überwacht werden, um genaue Erfolge sowie Misserfolge dokumentieren zu können.

Die heimische Fischerei schützen

Welche Ergebnisse diese geplanten Vorhaben mit sich bringen, ist nicht abzusehen. Betont wird aber sowohl von Habeck als auch von Fischereiverbänden, dass das Hauptaugenmerk auch auf der Stärkung der handwerklichen, kleinen Fischerei liegen muss. Ein sofortiges Komplettverbot von Stellnetzen hätte verheerende Folgen für die deutsche Küstenfischerei. Ökonomisch überlebensfähig wären an der Ostseeküste nur noch Großbetriebe und einige wenige Fischer, die entsprechende Boote besitzen, um über die Drei-Seemeilenzone in EU-Gewässer zu gelangen - denn dort gelten andere Bestimmungen.
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