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Blog Leo

Darum stellt Junglandwirt Leo seinen Betrieb auf Bio um

Junglandwirt Leo vor dem Striegel
am Montag, 07.02.2022 - 10:43 (Jetzt kommentieren)

Dass er seinen Ackerbaubetrieb mit Marktfruchtbau und Biogasanlage auf Ökolandbau umstellt, hat Leo bereits erzählt. Hier erklärt er, warum er sich entschlossen hat, von nun an Bio-Landwirtschaft zu betreiben.

Hallo liebe Junglandwirte,

Von der Rinderzucht bis zum Ökobetrieb

Landwirtschaft ist Tradition, auch bei uns. Nur die Wirtschaftsweise, die hat jede Generation für sich geprägt. Meine Uroma konnte auf eine erfolgreiche Rinderzucht zurückblicken, mein Opa auf die Bullenmast und mein Papa auf die Energieproduktion. So möchte ich den Weg in den Biolandbau wagen. Auch wenn unser Betrieb auf den ersten Blick gar nicht so geeignet erscheint.

Leos Pilgramshof von oben

Auf den zweiten Blick dann hingegen schon. Mit dem Wegfall der Bullenmast fehlte zunächst der organische Dünger. Der fand jedoch mit dem Substrat aus der Biogasanlage wieder den Weg auf die Felder. Auch die Fruchtfolge konnten wir dank der Biogasanlage ausdehnen und vielfältiger gestalten. So entwickelten wir eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft für unseren Hof. Und genau diese Kreislaufwirtschaft steht auch im Mittelpunkt des Ökolandbaus.

Biolandwirtschaft und Biogas passen gut zueinander

Als junger Landwirt, der noch viele Jahre erfolgreich wirtschaften möchte, muss ich meinen Betrieb weiterentwickeln. In meiner Ausbildung zum Techniker für Landbau in Triesdorf habe ich das Handwerkszeug dazu erlernen dürfen. Seitdem nehme ich immer wieder an Fortbildungen teil und halte Ohren und Augen nach Neuem offen. So konnte ich auch die Synergieeffekte, die Biogas und Biolandbau haben, durch einige Vorträge und Publikationen schon vor einiger Zeit feststellen. Auch ein Forschungsprojekt, das sich mit der Zukunft von Biogas beschäftigte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis für unsere Situation.

Leo pumpt organischen Dünger aus der Biogasanlage ins Güllefass

Das oft gehörte Konzept „wachsen oder weichen“ ist für mich nicht zukunftsfähig. Ich wollte schon immer aus dem, was ich habe, das Beste herausholen. Habe ich in der Vergangenheit schon unsere drei Betriebszweige Ackerbau, Bioenergie und Forstwirtschaft fest miteinander verzahnt und verbunden, so wollte ich dieses Konzept weiter verfolgen. Mit meinen Maßnahmen, den Ackerbau ökologischer zu gestalten, bin ich im konventionellen Bereich an Grenzen gestoßen. Gleichzeitig ist meine Arbeitsweise näher an den Ökolandbau gewandert. So war für mich der Schritt, die letzten konventionellen Methoden abzulegen, nicht mehr ganz so groß.

Ökolandbau bietet neue Möglichkeiten für den Betrieb

Für die Gegebenheiten, die bei uns vorherrschen, passt der Biolandbau sehr gut ins Konzept:

  • Wir haben keine Gunstlagen für höchste Getreideerträge.
  • Rüben, Kartoffeln oder gar Gemüse gedeihen bei uns nicht.
  • Die Felder sind klein und steinig, hier auf Weltmarktniveau Weizen zu produzieren, macht wenig Sinn.
leos-kleegras

So blieb bei meinen Überlegungen der Ökolandbau übrig. Damit können wir Nischen bedienen und uns durch verschiedene Maßnahmen mehr Wertschöpfung in den eigenen Betrieb holen. Außerdem sehe ich – durch den Wunsch der Bevölkerung nach mehr Natur- und Umweltschutz und die aktuelle politische Lage – in der ökologischen Wirtschaftsweise einen Wachstumsmarkt, den ich gut bedienen kann.

Leos Hacke auf dem Feld

Aber allein mit dem Wollen und einem „guten Gefühl“ kann so eine Umstellung nicht gelingen, es müssen auch die Zahlen stimmen. Was ich mir da überlegt habe und welche Rolle auch hier die Biogasanlage spielen kann, dass erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Es bleibt spannend! Bis bald,
Euer Leo

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