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Wettbewerbsverzerrung

Steuerbetrug? Französische Schweinezüchter legen Beschwerde ein

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Eva Eckinger, agrarheute
am
27.01.2016

Französische Schweinezüchter haben in Brüssel Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Der Grund: Angeblicher Steuerbetrug in Millionenhöhe sowie Dumpingpraktiken.

Französische Schweinezüchter haben sich bei der Europäischen Kommission in Brüssel wegen Steuerbetrugs über die Bundesrepublik Deutschland beschwert, berichtet Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Ihr Kollektiv gegen das Agrarsteuerdumping in Europa teilte am Montag mit, dass der Verdacht bestehe, Deutschland habe deutsche Schweinebauern von der Mehrwertsteuer ausgenommen.

'Wettbewerbsverzerrung': Steuervorteile von 250 Millionen Euro?

Dadurch hätten sich für diese Steuervorteile in Höhe von 250 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren ergeben. Laut NOZ heiße es in der Mitteilung weiter, dass es der "vom deutschen Staat gedeckte Wettbewerbsvorteil" den Schweinezüchtern ermögliche, Schleuderpreise zu erheben, Marktbereiche zu erobern und Deutschlands führende Stellung auf dem europäischen Schweinemarkt zu festigen.

Demonstrationen wegen Dumpingpraktiken und Abnahmepreisen

Seit Jahren beklagen Frankreichs Schweinezüchter, dass die Abnahmepreise in Ländern wie Deutschland und Spanien zu gering seien. Auch Dumpingpraktiken prangern sie an.

Aus diesem Grund hatten französische Bauern bereits im letzten Sommer Protestaktionen gestartet und Grenzübergänge nach Deutschland blockiert. Seit Monaten laufen im ganzen Land Demonstrationen, wie die Blockade von Autobahnen oder Traktorschlangen durch die Hauptstadt Paris.

Brennende Reifen: Landwirte blockieren Autobahn

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