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Klimaschutz

Stickstoffdünger klimaschonend und günstig produzieren

LWK Niedersachsen/agrarheute
am
17.12.2015

Deutschland startet eine Initiative, um die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von ammoniumnitrathaltigem Dünger zu reduzieren. Die Düngemittel müssen dadurch nicht teurer werden, meint die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Anlässlich des Klimagipfels in Paris startet das Bundesumweltministerium eine Initiative, um die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von ammoniumnitrathaltigen Düngemitteln zu reduzieren, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Das Ziel dabei sei, die bei der Salpetersäuregewinnung anfallenden Lachgasemissionen zu stoppen. Die Lachgas-Minderungstechnik, die dafür notwendig ist, wäre bereits verfügbar.

Fast 300 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid

Lachgas ist fast 300 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid, so die LWK Niedersachsen weiter. Mit diesem Faktor wird Lachgas in sogenanntes Kohlendioxidäquivalent umgerechnet. Würde man weltweit alle Anlagen zur Herstellung von Salpetersäure mit dieser Technik ausrüsten, könnten laut Angaben des Umweltministeriums bis 2020 etwa 200 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent vermieden werden. Dies entspräche etwa jener Menge, die 20 Millionen Bundesbürger jährlich verursachen.

Sehr günstige Maßnahme zur Treibhausgas-Vermeidung

Laut Ministerium sollen sich die Minderungskosten auf drei Euro je vermiedener Tonne Kohlendioxidäquivalent belaufen. Im Vergleich zu anderen Maßnahmen wäre das sehr günstig, erklärt die LWK Niedersachsen. So wären beispielsweise die Treibhausgas-Vermeidungskosten durch Photovoltaik- oder Windstromerzeugung in Deutschland um ein Vielfaches höher.

Minderungstechnik bereits im Einsatz

Es gibt bereits einige Fabriken zur Herstellung von ammoniumnitrathaltigen Düngemitteln (zum Beispiel Kalkammonsalpeter), die diese Minderungstechnik einsetzen. Herstellerangaben zufolge werden mindestens vier Kilogramm Kohlendioxidäquivalent je produziertes Kilogramm Mineraldüngerstickstoff vermieden.

Durch den klimaschonend hergestellten Dünger könne die Klimabilanz der Getreideerzeugung demzufolge um bis zu 20 Prozent verbessert werden.

Düngemittel würden günstiger werden

Es werde voraussichtlich noch Jahre dauern, bis sich im Handel nur noch klimaschonend hergestellter Stickstoffdünger befindet, meint die LWK Niedersachsen. Bis dahin wäre es jedoch hilfreich, wenn zumindest bei ammoniumnitrathaltigen Stickstoffdüngern der CO2 Fußabdruck ausgewiesen würde. Landwirte könnten sich dann gezielt entscheiden.

Bei den Herstellern würde infolge ein Anreiz geschaffen werden, auf die klimaschonende Technik umzustellen. Für die Landwirte müsse der Dünger deshalb nicht teurer werden, da moderne Anlagen meist weniger Energie verbrauchen und kostengünstiger produzieren könnten.

 

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