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Aufreger

Stimmen zur UBA-Studie: Panikmache, Pauschalkritik und Bestätigung

Schleppschlauchverteiler im Weizenfeld
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Anke Fritz, agrarheute
am
13.06.2017

Nach der Meldung des Umweltbundesamtes über mögliche Preissteigerungen beim Trinkwasser wegen zu höher Düngergaben, melden sich Verbände und Politiker zu Wort.

Die Studie vom Umweltbundesamt mit dem Titel: "Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung" sorgt momentan für Furore. Eigentlich ist es nicht die Studie, die kritisiert wird, sondern vielmehr die Interpretation. Verbände sprechen von "Panikmache". agrarheute hat darüber berichtet, was wirklich in der UBA-Studie steht. Wir haben die Stimmen aus der Branche zur UBA-Studie im Überblick.

DBV: "Panikmache"

"Dies fällt in die Kategorie Panikmache und verunsichert die Verbraucher ungerechtfertigt", sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken. Von einer generellen Verschlechterung der Wasserqualität in Deutschland könne man nicht sprechen. Krüsken sagte, auch in Regionen mit hoher Viehdichte würden Landwirte bereits ihrer umweltpolitischen Verantwortung gerecht. Er verwies auf Messungen an Trinkwasserentnahmestellen in Niedersachsen.

Landes-Bauernverbände: "Reißerische Schlagzeilen"

Auch der Bayerische Bauernverband meldet sich zu Wort: "In Bayern haben von 2013 bis 2015 über 96 Prozent der geförderten Rohwassermenge sowie der untersuchten Trinkwassergewinnungsanlagen den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter eingehalten. Es ist deshalb eine Unverschämtheit, dass das Umweltbundesamt wider besseres Wissen reißerische Schlagzeilen produziert und damit die Bäuerinnen und Bauern an den Pranger stellt", kritisiert Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes.

Der Bauernverband Schleswig-Holstein reagiert mit diesem Hintergrundvideo auf Facebook auf die Nachricht:

Friedrich Ostendorff fühlt sich bestätigt

Der agrarpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff, sieht sich in seiner Kritik an der "industriellen Tierhaltung" bestätigt. Er wirft Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vor, billigend in Kauf zu nehmen, dass die Umweltkosten der exportorientierten Tierhaltung auf die Gesellschaft abgewälzt werden.

CDU spricht von "Pauschalkritik"

Die CDU wirft dem Umweltbundesamt laut Focus online "Pauschalkritik" vor. Die Einhaltung der Nitratwerte sei streng geregelt und bereits seit Jahrzehnten Bestandteil des Wasserpreises. Zu einer höheren Nitratbelastung käme es zum Beispiel auch aufgrund geologischer und klimatischer Bedingungen.

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