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Ernährung und Gesundheit

Strengere Grenzwerte für Japan-Importe ab heute in Kraft

aiz
am
13.04.2011

Brüssel - Ab heute gelten für den Import von Lebens- und Futtermitteln aus Japan in die Europäische Union strengere Grenzwerte. Grund ist der Nuklearunfall im Kernkraftwerk Fukushima.

An der Euronext kann physische Ware ab dem Auslaufen des Futures mit Fälligkeit im September 2015 auch an Dünkirchener Silobetreiber geliefert werden. © landpixel
Damit verschärft die EU die in der ursprünglichen Verordnung vom 25. März 2011 festgesetzten Höchstwerte für Radioaktivität in Lebens- und Futtermittellieferungen aus Japan in die EU nach heftigen Protesten. "Damit die von den japanischen Behörden vor der Ausfuhr durchgeführten Kontrollen und die bei der Einfuhr in die EU durchgeführten Kontrollen des Radionuklidgehalts von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, einheitlich sind, sollten daher in der EU vorläufig dieselben Höchstwerte gelten wie in Japan, solange die japanischen Grenzwerte niedriger sind als die EU-Werte ", heißt es dazu in den Erwägungsgründen der geänderten Verordnung.

Neue Grenzwerte nach harscher Kritik

Die bisherigen Höchstwerte für Radioaktivität in der ursprünglichen EU-Verordnung bezogen sich auf eine nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl erlassene Verordnung (Euratom-Richtlinie) aus dem Jahr 1987. Experten kritisierten daraufhin, dass die in dieser Verordnung angegebenen EU-Grenzwerte deutlich höher seien als jene in Japan und dass Werte für Plutonium gar nicht enthalten seien.
 
Importe aus Japan müssen ab sofort sowohl vor deren Verschiffung von den japanischen Behörden kontrolliert und mit entsprechenden Bestätigungen versehen werden, als auch bei deren Ankunft in Europa - und zwar nach den selben Normen.

Zusätzliche Kontrollen möglich

Die Kontrollen beziehen sich auf die Radionuklide Iod-131, Caesium-134 und Caesium-137, da, so die Verordnung, zurzeit Lebens- und Futtermittel aus bestimmten Regionen Japans nachweislich mit diesen verseucht seien und es keine Anzeichen für eine Kontamination mit anderen Radionukliden gebe. Zusätzlich wendet die geänderte Verordnung die schon in der bestehenden Verordnung (Euratom) Nr. 3954/87 festgelegten Grenzwerte für Strontium-Isotope an, da in Japan keine solchen Grenzwerte festgelegt worden sind. Japan hat nur Grenzwerte für Iod, Caesium und Plutonium festgelegt.
 
Die EU-Mitgliedstaaten können außerdem auf freiwilliger Basis Untersuchungen auf andere Radionuklide durchführen, um festzustellen, ob diese vorhanden sind. Waren aus Japan gelangen fast ausschließlich über große Häfen wie Amsterdam, Rotterdam und Hamburg in den EU-Raum. 
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