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Politik international

Studie empfiehlt Direktzahlungen an Umweltauflagen zu knüpfen

von , am
26.01.2010

Brüssel - Die Landwirte produzieren einzigartige Kulturlandschaften als öffentliche Güter und sollen deshalb von der Agrarpolitik eine Entlohnung erhalten.

© Drozdova/Fotolia

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Landwirten, die öffentliche Güter und Dienstleistungen bereitstellen, vorausgesetzt, der gezielte Einsatz dieser Maßnahmen erfolgt auf die richtige Art und Weise.

Dies ist die Kernaussage eines Berichts, der vom Institut für europäische Umweltpolitik (IEEP) für die GD Landwirtschaft und ländliche Entwicklung veröffentlicht worden ist. Dieser Text ist der bisher erste Versuch, die öffentlichen Güter, die die Landwirte europaweit bereitstellen, in vollem Umfang zu ermitteln, und nennt die Argumente, die für eine Bezahlung dieser Leistungen aus öffentlicher Hand sprechen.

Die Studie zeigt eine breite Palette unterschiedlicher öffentlicher Güter aus dem Umwelt- und Sozialbereich auf, die von den europäischen Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Als Beispiele einzigartiger Agrarlandschaften nennt die Studie Feuchtwiesen in Mecklenburg, Alpweiden in Österreich oder Oliventerrassen in Italien. Die Öffentlichkeit lege großen Wert auf diese Landschaften.Außerdem bewirtschaften die Landwirte die Flächen zur CO2-Speicherung und tragen dazu bei, die hohe Qualität der Gewässer und der Böden zu erhalten.

Klare Zielvorgaben und ausreichende Mittelausstattung entscheidend

Die Ergebnisse dieser Studie kommen zu einer Zeit, in der sich die Diskussion über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) intensiviert und ihre Ziele und Schwerpunkte für die Zeit nach 2013 zur Debatte stehen. Die Experten kommen dabei zu dem Schluss, dass eine punktgenaue Politik mit klaren Zielvorgaben und ausreichender Mittelausstattung eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, dass die öffentlichen Leistungen den Erwartungen der Gesellschaft entsprechend bereitgestellt werden.

Verknüpfung der Direktzahlungen mit der Cross Compliance

In der Studie wird ferner aufgezeigt, dass den europäischen Bürgern diese Güter wichtig sind, jedoch Hinweise dafür vorliegen, dass diese Werte nicht in ausreichendem Umfang vorhanden sind. Der Studie zufolge verfügt die GAP über eine Reihe von Maßnahmen, um die Landwirte bei der Bereitstellung zu unterstützen. So trägt die Verknüpfung der Direktzahlungen mit der Cross Compliance dazu bei, dass auf einem großen Teil der landwirtschaftlichen Flächen in der EU ein Mindestumfang an diesen öffentlichen Werten erhalten beziehungsweise geschaffen wird.

Bericht im Internet veröffentlicht

Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes, wie die Agrarumweltmaßnahmen, bieten den Landwirten Anreize, eine breite Palette an öffentlichen Gütern auf gezieltere Weise zur Verfügung zu stellen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass das entsprechende Angebot oft unzureichend ist. Diese Knappheit dürfte sich in Zukunft durch Risiken wie die Entwicklung der Rohstoffpreise, technische Faktoren und die Folgen des Klimawandels noch verstärken, wodurch künftig mehr öffentliche Interventionen erforderlich werden könnten. Der Bericht kann über folgenden Link abgerufen werden: http://ec.europa.eu/agriculture/analysis/external/public-goods/index_en.htm. (aiz/lid/pd)

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