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Umwelt

Studie: 'Umweltmaßnahmen - Tropfen auf den heißen Stein'

von , am
30.09.2015

Forscher haben in einer Studie untersucht wie wirksam Agrarumweltmaßnahmen und Subventionen sind. Sie kommen zu dem Schluss, dass unter anderem eine Besteuerung von Ressourcenverbrauch wirkungsvoller wäre.

In der EU werden weniger als 1 Prozent der Agrarsubventionen investiert, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt abzumildern © Mühlhausen/landpixel
Wissenschaftler der Universität Cambridge untersuchten in einer Studie die Effekte, die politisch initiierte Agrarumweltmaßnahmen in der Praxis hatten. Dabei fanden sie heraus, dass finanzielle Anreize zum Schutz der Umwelt tatsächlich fruchten. Die Forscher kommen jedoch zu dem Schluss, dass der Anteil, der in die Umwelt reinvestiert wird, gering sei im Vergleich zu den Summen der staatlichen Zuschüsse.
 
Ein weiteres Problem seien umweltschonende Bewirtschaftungsformen. Diese führten bei den meisten angebauten Kulturpflanzen zu geringeren Erträgen und damit zu einer Erhöhung der Flächennutzung.

Subventionen: Nur 1 Prozent reinvestiert

20 Prozent des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion in der EU werden laut Studie durch den Steuerzahler subventioniert. Dagegen stehen weniger als 1 Prozent, die investiert werden, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt abzumildern. Durch die Arbeit der Landwirte entstünden ökologische Folgekosten, die die Landwirte nicht selbst zahlen und auf der anderen Seite erhielten sie Zahlungen, die aus Steuermitteln finanziert werden.

Verlagerung der Umweltkosten

Die Studie weist auf das Problem der Verlagerung von Umweltkosten hin. Denn nationale Entscheidungen könnten Konsequenzen in anderen Regionen der Welt haben - wenn die Produktion von einer Region in eine andere verlagert wird. Ein Beispiel sei der Bedarf an Futtermitteln. Dieser werde zum Beispiel in Deutschland über Importware aus anderen Regionen gedeckt. Die ökologischen Auswirkungen einer durch den Export gesteigerten Produktion, müssten die Produktionsländer, nicht aber die Importeure tragen, da die Umweltkosten nicht auf die Produktpreise umgelegt werden.

Keine Lösung: Subventionierung abschaffen

Die Landwirtschaft komplett dem Markt zu überlassen sehen die Wissenschaftler jedoch als problematisch an. So überlässt, so ein Beispiel in der Studie, Neuseeland seit Mitte der 1980er Jahre die Landwirtschaft ganz der Marktregulation und stellt keine Fördermittel mehr zur Verfügung. Dies führte dazu, dass im Süden der Insel über die Hälfte des einheimischen Graslandes in Weiden umgewandelt wurden und die Treibhausgasemissionen stiegen.

Fazit der Forscher: Steuer und Verpflichtung

Alles in allem sehen die Forscher eine Mischung aus verschiedenen Maßnahmen als sinnvollste Lösung an. Sinnvoller wäre es, den Verbrauch von Umweltdienstleistungen wie Wasser (Bewässerung der Felder allein ist verantwortlich für 70 Prozent des weltweiten Süßwasserverbrauchs) zu besteuern, schlagen die Forscher vor. Zudem sollten Zuschüsse nur unter dem Vorbehalt gezahlt werden, dass die Landwirte so viel für den Schutz des Landes, wie für die Bewirtschaftung tun. Sie plädieren auch dafür, die Erträge auf existierenden landwirtschaftlichen Flächen zu erhöhen, anstatt neue Flächen in Produktionsflächen umzuwandeln.
 
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