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Wirtschaft

Studie: USA und England Profiteure der Freihandelszone

Ladekräne im Hafen
aiz
am
19.06.2013

Das ifo-Institut hat untersucht, welche Länder am Meisten vom Freihandelsabkommen zwischen EU und USA profitieren. Deutschland gewinnt unterdurchschnittlich dazu.

Von einer Freihandelszone zwischen der EU und den USA würden einer Studie zufolge alle Mitgliedstaaten profitieren - besonders aber die Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die großen Volkswirtschaften in der Europäischen Union, Deutschland und Frankreich, würden im europäischen Vergleich nur unterdurchschnittlich dazugewinnen, heißt es in einer von der Bertelsmann Stiftung beauftragten aktuellen Studie des ifo-Instituts.
 
Verlierer wären demnach vor allem traditionelle Handelspartner der USA wie Kanada und Mexiko sowie die Entwicklungsländer.

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner soll in EU und USA 'deutlich steigen'

Sollte es in den Verhandlungen über eine Freihandelszone gelingen, Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse "weitgehend zu eliminieren", würde in den USA und der EU das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner "deutlich steigen", so die ifo-Experten. Neue Arbeitsplätze könnten geschaffen werden.
 
Den größten Zuwachs würden die USA verzeichnen: Das langfristige Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner steige um 13,4 Prozent (%). Im gesamten EU-Raum würde das reale Pro-Kopf-Einkommen um durchschnittlich fast fünf Prozent höher ausfallen. Den größten Zuwachs innerhalb der EU erziele Großbritannien mit knapp zehn Prozent.

Kleine, exportorientierte Staaten profitieren

Auch die kleinen, exportorientierten Volkswirtschaften wie die baltischen Staaten und die südeuropäischen Krisenstaaten, für die sich Importe aus den USA verbilligen würden, zählen der Studie zufolge zu den größten Profiteuren. Für die Krisenstaaten ergäbe sich auch ein "überdurchschnittlich hoher Beschäftigungseffekt".
 
Vertiefte Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA hätten laut Studie andererseits zur Folge, dass beide weniger Güter und Dienstleistungen aus dem Rest der Welt einführen würden. Leiden könnten darunter demnach vor allem Staaten in Afrika und Zentralasien, berichtet Dow Jones News. Für die Studie der Bertelsmann-Stiftung untersuchten die Autoren die Auswirkungen auf 126 Länder.
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