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Naturkatastrophen

Sturm Friederike war teuerste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr

Sturmschäden
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
11.07.2018

Der Wintersturm Friederike, der am 18. Januar auch Deutschland heimsuchte, war im ersten Halbjahr 2018 die weltweit teuerste Naturkatastrophe. Das berichtet der Rückversicherer Munich Re.

Insgesamt gesehen war das erste Halbjahr 2018 sehr gemäßigt. Die weltweite Schadenssumme aus Stürmen, Erdbeben, Unwettern und anderen Naturkatastrophen belief sich für die ersten sechs Monate auf 33 Mrd. US-$. Damit lag sie weit unter dem Vorjahreswert von 65 Mrd. US-$ und auch unter dem 30-jährigen Mittel von 68,3 MRd. US-$.

Noch niedriger waren die Gesamtschäden zuletzt im ersten Halbjahr 2005. Allerdings stellte das zweite Halbjahr 2005 mit den Hurrikanes Katrina, Rita und Wilma alles bis dahin Dagewesene in den Schatten, sodass die Schäden am Jahresende inflationsbereinigt das damalige Rekordniveau von 280 Mrd. US-$ erreichten.

Friederike zog breite Schneise der Verwüstung

Statistik Naturkatastrophen 2018

Das teuerste Ereignis im ersten Halbjahr 2018, Wintersturm Friederike mit einem Gesamtschaden von 2,7 Mrd. US-$ oder rund 2,2 Mrd. Euro und einem versicherten Schaden von 2,1 Mrd. US-$ (1,7 Mrd. Euro), traf Europa im Januar. Schäden wurden in Deutschland, den Niederlanden, in Belgien, Großbritannien und Polen verzeichnet.

Zuvor hatte auch schon Wintersturm Burglind Anfang Januar Gesamtschäden von 960 Mio. Euro verursacht. Davon waren 720 Mio. Euro versichert.

Unwetterschäden dominieren

Der NatCatSERVICE von Munich Re hat im ersten Halbjahr 2018 rund 430 relevante Naturkatastrophen registriert.

Auffällig war, das Schäden durch Wetterereignisse mit einem Anteil von gut drei Vierteln des Gesamtschadens bei weitem dominierten. Weltweit traten fast doppelt so viele meteorologische Ereignisse auf wie in den vergleichbaren Zeiträumen von 1980 bis 2017. 

Die anderen Gefahren haben sich im ersten Halbjahr 2018 dagegen deutlich reduziert. So entfielen lediglich 5 Prozent auf geophysikalische Ereignisse wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche, 10 Prozent auf Überschwemmungen und 8 Prozent der Gesamtschäden auf klimatologische Ereignisse, zum Beispiel Hitzewellen.

Die teuersten Ereignisse waren allesamt Winterstürme und Unwetter in Europa und den USA.

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