Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Extremer Regen

Sturzflut in Australien: 400 mm Regen pro Tag bedrohen auch Landwirte

Starkregen-Flut-in-Australien-NSW-Queensland-AdobeStock_423864405
am Samstag, 02.04.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der Touristenort Byron Bay steht nach sintflutartigen Regenfällen komplett unter Wasser. Die Stadt Lismore im Osten Australiens wird erneut von Überschwemmungen bedroht. Für die Landwirte in der Region ist das der zweite Katastrophenfall innerhalb von wenigen Wochen. Die Behörden haben tausende Menschen dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Bisher hatte der Osten Australiens noch keine Zeit, die Schäden, die das Unwetter Anfang März hinterlassen hat, zu beseitigen. Und trotzdem müssen sich tausende Menschen in denselben Städten ein zweites Mal auf eine Evakuierung vorbereiten.

Starke Regenfälle haben die Flusspegel steigen lassen. Nun drohen starke Überschwemmungen. Daraufhin haben die Behörden am Dienstag (29.03.) beschlossen, die Stadt Lismore im Norden des Bundesstaates New South Wales zu evakuieren. Hier sollen 27.000 Einwohner von einer Sirene gewarnt worden seien, doch diese war offenbar defekt. So kam es, dass Menschen in den Orten Ballina und Byron nicht über die drohende Überschwemmung Bescheid wussten. Anscheinend wurden sie von der Sturzflut geweckt.

„Niemand hätte das vorhersagen können“, sagte Paul Toole, Premier von New South Wales, der Zeitung Daily Mail. Das Ausmaß der sintflutartigen Regenfälle sei nicht zu erahnen gewesen.

Schweres Schicksal für Farmer: Extreme Unwetter beuteln Landwirte im Osten Australiens

Viele Farmer, die bereits während den ersten Unwettern stark getroffen wurden, könnten wieder von den jüngsten Sturmfluten bedroht sein. Durch das Extremwetter vor ein paar Wochen haben viele Farmen ihre Viehbestände verloren haben. agrarheute hat bereits darüber berichtet, wie hart es Landwirte in der Region getroffen hat. Viele Rinder ertranken. Bauern aus Lismore sagten, sie hatten nur zusehen können, wie Rinder von einer Flutwasserwand weggefegt wurden. Sie hätten die Hälfte ihres Bestandes verloren.

Viele Betriebe werden auf lange Zeit unbrauchbar sein. Es fehlt sogar an der Basis. Es gibt keine Weiden mehr, auf denen Rinder weiden könnten, von der zerstörten Infrastruktur ganz zu schweigen. Die australische Milch-Kooperative Norco hat damals geschätzt, dass rund 100 Farmen in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland betroffen waren. Bereits ohne konkrete Zahlen zu kennen ist klar: Es trifft die Landwirtschaft im Osten Australiens hart.

Starke Überschwemmungen suchen wiederholt New South Wales und Queensland heim

Vor ein paar Wochen wurde die Stadt Lismore schon einmal stark von den Rekordfluten getroffen. Seit der letzten Flutkatastrophe kämpfen die Menschen in der Region gegen die Folgen der letzten Flutkatastrophe. Während des ersten Unwetters sind über 21 Menschen gestorben und hunderte Häuser hat die Flut mitgerissen. Bisher konnten noch nicht alle Trümmer, die die Flut übriggelassen hat, beseitigt werden.

Jetzt deutet alles darauf hin, dass einige Gebäude, die beim letzten Unwetter überschwemmt wurden, noch einmal schwer betroffen sein könnten. In Lismore stellt man sich seit mehreren Tagen auf Sturzfluten ein: Die Wetterprognosen zeigen an, dass schon in den letzten 24 Stunden 400 Millimeter Niederschlag auf die Erde geflossen ist. Zum Vergleich: Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal wurden 100 bis 200 mm Regen in der Eifel vorhergesagt, was schon auf sehr extreme Regenfälle hindeutet. In Hagen-Nahmer fielen die stärksten Niederschläge. Hier wurden in nur drei Stunden 167,8 mm Regen gemessen.

„Leider haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen mit erheblich starken Regenfällen bewahrheitet.“

Auch der beliebte Touristenort Byron Bay wurde innerhalb eines Monats zum zweiten Mal komplett überflutet, weil der Wilsons River am Mittwochvormittag (Ortszeit) den zehn Meter hohen Damm bei Weitem überstieg.

In den Überschwemmungsgebieten versuchten einige Menschen mit dem Auto vor den Fluten zu fliehen. Die Einsatzkräfte mussten Dutzende Menschen retten, 902 Hilferufe beantworten und 52 Rettungseinsätze durchführen. Mittlerweile haben wohl 16.000 Menschen ihre Häuser zu verlassen.

Steph Cooke, Staatsministerin für Rettungsdienste in New South Wales, gab an, dass 3600 Häuser in der Region der nördlichen Flüsse und der mittleren Nordküste, der sog. Northern Rivers, ohne Strom seien.

Laut Wetterbericht wird es in den betroffenen Regionen weiterhin zu starken Regenfällen kommen. Von Entspannung keine Spur. Premier Paul Toole warnte, dass weitere Überschwemmungen bevorstünden: „Wir erwarten in den kommenden Monaten immer noch sehr viel Niederschlag. Vielleicht kommt diese Situation in einer Woche wieder. Es wird erwartet, dass der April in vielen Teilen von New South Wales ziemlich nass wird.“

Neue Flut fordert Tote im Bundesstaat Queensland

Wie bei der vorherigen Extremwetterkatastrophe auch, trifft es den Bundesstaat Queensland erneut. Hier starb ein Mann, der mit seinem Auto in den Fluten stecken geblieben ist. Er ist schon das zweite Todesopfer der aktuellen Überschwemmungen.

Klimawandel: In Australien machen Extremwetter-Ereignisse keine Pause

Bereits im vergangenen Jahr gingen erschreckende Bilder um die Welt, die den überschwemmten Nordosten Australiens zeigten. Damals war es zu schweren Unwettern und Überschwemmungen gekommen, die ungewöhnlich für die Jahreszeit schienen.

Australien leidet mehrfach unter der Klimakrise: Weite Teile des Landes versanken erst Mitte Januar unter einer erdrückenden Hitzeglocke. Während der Rekordhitze knackte das Thermometer in Westaustralien sogar die 50 Grad Celsius Marke. Im Februar zerstörte ein Buschfeuer im Westen von Australien mehr als 45.000 Hektar Land.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...