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Wirtschaft

Südzucker verbucht größten Gewinneinbruch seiner Börsengeschichte

ez/agrarheute
am
09.04.2014

Die Südzucker AG hat gestern ihre Bilanzzahlen veröffentlicht. Der enttäuschende Gewinnausblick hat zu einem Kurseinbruch geführt. Das Tagestief von 15,770 Euro notierte den niedrigsten Stand der Aktien seit 2010.

Die Südzucker AG erwartet für 2013/14 einen deutlichen Ergebnisrückgang. Das hat das Unternehmen gestern zusammen mit seiner Jahresbilanz bekannt gegeben.
 
Die Verantwortlichen der AG hatten von "signifikanten Einbußen" gesprochen, was am Aktienmarkt nicht ohne Folgen blieb. Südzucker verzeichnete den größten Kurseinbruch seiner Unternehmensgeschichte.

Tagestief von 23 Prozent

Das Tagestief der Südzuckeraktie lag bei 15,770 Euro. Der Stand entspricht einem Tagestief von 23 Prozent. Seit September 2010 waren Südzuckeraktien nicht weniger wert. Ihr Hoch hatten Südzuckeraktien einem Bericht des Marktkompass zufolge mit 34 Euro im Jahr 2013 erreicht.
 
Zum Börsenschluss notierten Südzuckeraktien gestern bei 16,230 Euro (Minus 20,64 Prozent). Heute Mittag (11.30 Uhr) lag die Aktie bei 16,08 Euro - ein Minus von 0,92 Prozent.

Umsatz soll weiter sinken

Verantwortlich für den Kursrückgang war die Unternehmensbilanz beziehungsweise der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr. Südzucker veröffentlichte gestern vorläufige Geschäftszahlen, wonach der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2013/14 auf 658 Millionen Euro gefallen ist. Im Vorjahr lag er bei 972 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei 7,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,9 Milliarden). Ergebnisrückgänge verzeichnete Südzucker in den Segmenten Zucker, Spezialitäten und CropEnergies.
Für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 rechnet Südzucker mit einem Rückgang des Konzernumsatzes auf rund sieben Milliarden Euro und einem deutlichen Rückgang des operativen Konzernergebnisses auf rund 200 Millionen Euro.

Südzucker rechnet mit zunehmen schlechterem Marktumfeld

Südzucker rechnet damit, dass sich das wirtschaftliche Umfeld in den europäischen Zucker- und Bioethanolmärkten "zunehmend" verschlechtert. Ob die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erreicht wird, hänge "insbesondere von der weiteren Entwicklung der Vermarktungsergebnisse und Mengenentwicklungen im zunehmend schwieriger werdenden Umfeld des europäischen Zuckermarkts ab."
 
Südzucker rechnet nicht mit zusätzlichen Marktmaßnahmen der EU, da aufgrund der hohen Vorratsbestände im europäischen Zuckermarkt keinerlei Notwendigkeit bestehe.
 
Mit Blick auf die Veränderungen im Rahmen der EU-Zuckerpolitik ab dem 1. Oktober 2017 überprüft Südzucker derzeit die Kostenstrukturen insbesondere im Segment Zucker.
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