Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Video-Tipp

Supermarkt ade: Das Bio-Bürgertum entdeckt die Selbstversorgung

Garten zur Selbstversorgung in der Stadt
am Donnerstag, 14.07.2022 - 13:31 (3 Kommentare)

Immer mehr Städter entdecken die Selbstversorgung für sich und bauen auf Balkon, Terrasse, Innenhof oder öffentlicher Fläche Gemüse an. Und auch Vertical Farming Start-ups schießen wie Pilze aus dem Boden. Muss sich die Landwirtschaft auf Umsatzeinbrüche einstellen oder können Selbstversorger-Projekte und Landwirtschaft nebeneinander existieren? Ein Filmteam des ORF hat sich das Hobbygärtnern genauer angesehen.

Urban Farming: Immer mehr Städter bauen selbst an

Tomaten in Töpfen, Gurken in Pflanzsäcken und Kartoffeln von den Beeten der Stadt: mittlerweile findet vielerorts Landwirtschaft in Städten statt. Ob Dachgärten in Wien oder bepflanzte Hochhausdächer in Berlin: Urban Gardening könnte in der Ernährung der Stadtbewohner bald eine immer größere Rolle spielen.

Gemüse selbst anbauen – billiger als aus dem Supermarkt?

Viele Stadtgärtner sind der Meinung, dass der Gemüseanbau im eigenen Garten günstiger ist als der Einkauf im Supermarkt. Die Kosten für Saatgut – auch in Bio-Qualität – liegen bei wenigen Euro pro Tütchen. Vorgezogene Tomaten, Gurken, Auberginen und Paprika kosten zwischen 3 und 4 Euro pro Topf. Dazu kommen noch die Kosten für Anzuchterde, organische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Je nachdem, wie groß die Gartenfläche ist, können die Kosten unter 100 Euro pro Gartensaison liegen.

Stadtfarmen bilden Städter zu kleinen Ackerbauern aus

Selbsternte-Projekte gibt es seit 1987 in Wien. Seitdem wächst das Interesse an dieser Art des Gemüseanbaus auch in Deutschland. Wie in Wien gibt es z. B. in Hamburg auf den Feldern am Kirchwerder Hausdeich ein Projekt, bei dem Städter eine Parzelle in Stadtnähe pachten können.

Hier finden sie verschiedenen Gemüsekulturen, Salate, Blumen und Kräuter für einen naturbelassenen Anbau, die bereits eingesät wurden. Geräte und Wasser zum Gießen stehen vor Ort auch bereit. So können Städter gezielt in der Praxis lernen, wie man richtig jätet, hakt, gießt und erntet.

Großer Aufwand für kleine Ernte?

Der Aufwand, selbst Gemüse anzubauen, ist überschaubar. Das sagen zumindest viele Hobby-Gärtner, die es schon selbst versucht haben. Die Ernten fallen wohl oft viel größer als erwartet aus. Heimgärtner, die sich das nötige Fachwissen angeeignet haben, berichten, dass ihre Gurken und Tomaten derart viel tragen, dass sie gar nicht mehr mit dem Essen und Verarbeiten hinterherkommen. Wenn es so läuft, ist selbst anbauen günstiger als einkaufen.

Vertikal Farming Startups erobern die Städte: Konkurrenz für Landwirte?

Vertical Farming ist nicht darauf ausgerichtet, die Weltbevölkerung zu ernähren. Dafür braucht man robuste Pflanzen vom Acker, die sättigen und ausreichend Kalorien liefern. Für Produkte wie asiatische Gemüsesorten oder Kräuter, die wir in der Regel importieren, ist Vertical Farming jedoch eine sinnvolle Alternative.

Stromausfälle können beim Vertical Farming allerdings problematisch sein. Ein Pluspunkt ist hingegen, dass Wetterwechsel und Ernteausfälle beim Vertical Farming keine Rolle spielen. Vertical Farming ist also keine Konkurrenz für die Landwirtschaft, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Mit Material von ORF, abendblatt.de, top agrar

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...