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Übernahme

Syngenta-Übernahme durch ChemChina: EU-Kommission hat Bedenken

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Julia Eder, agrarheute
am
31.10.2016

Die EU-Kommission will die Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina bis zum 15. März 2017 vertieft prüfen.

Die EU-Kommission tritt bei der angepeilten Übernahme des schweizerischen Düngemittelherstellers Syngenta durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina auf die Bremse. Die Brüsseler Behörde will den geplanten Deal ausführlich unter die Lupe nehmen, wie sie am Freitag in Brüssel ankündigte.

Die Kommission will den Angaben zufolge prüfen, ob der geplante Kauf den Wettbewerb im Bereich der Pflanzenschutzmittel und der Bereitstellung bestimmter dafür benötigter Chemikalien einschränken könnte. Die Behörde habe vorläufige Bedenken gegen das Vorhaben. Die angebotenen Produkte der beiden Unternehmen überschnitten sich stark, die gemeinsamen Marktanteile seien in vielen Märkten vergleichsweise hoch.

ChemChina und Syngenta: Was bisher geschah

ChemChina hatte im März das Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 US-Dollar in bar je Syngenta-Namensaktie - insgesamt rund 43 Milliarden Dollar (39 Mrd. Euro) - sowie zuzüglich eine Sonderdividende. Die Angebotsfrist läuft bis zum 8. November 2016, kann aber erneut verlängert werden. Die EU-Kommission hat nach eigenen Angaben bis zum 15. März 2017 Zeit, um einen Beschluss zu erlassen. Die USA hat die Übernahme bereits genehmigt.

Am Montag hatte es bereits Berichte aus Kreisen gegeben, wonach ChemChina bei den EU-Kartellbehörden keine Zugeständnisse machen wolle. Im vergangenen Jahr hatten die Schweizer eine Offerte des US-Konkurrenten Monsanto abgewehrt, der nun selbst von Bayer für 66 Milliarden Dollar geschluckt werden soll.

Mit Material von dpa

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