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Wirtschaft

Syngenta zieht Bilanz

Catrin Hahn, joule
am
05.12.2012

Magdeburg - Das Pflanzenschutz- und Saatguthaus Syngenta zog kürzlich auf der Magdeburger Runde Bilanz. Hauptthema war 2012 die Zusammenführung der Bereiche Pflanzenschutz und Züchtung.

 
Auf der traditionellen Magdeburger Runde zog Ende November die Vertriebsregion Ost des Pflanzenschutz- und Saatguthauses Syngenta Bilanz. Als größte Händlerveranstaltung des gesamten nordostdeutschen Gebietes dient sie alljährlich dazu, dass fast vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, die aktuelle Marksituation zu analysieren und einen Ausblick auf das folgende Jahr zu wagen. Mit über 130 Gästen war die Tagung wie üblich gut besucht. Heike Köhler, Leiterin der Vertriebsregion Ost, stellte einleitend die Themen des Tages vor.
 
Sie begann mit einem kurzen Abriss über das vergangene Jahr in der Region und weltweit - Auswinterung in bisher ungekanntem Ausmaß, Wetterkapriolen in vielen Teilen der Erde mit starken Auswirkungen auf die Marktsituation. Für die Landwirte im Nordosten Deutschlands ergaben sich daraus teilweise Engpässe beim Sommergetreide-Saatgut sowie eine deutlich ausgedehnte Anbaufläche für andere Sommerkulturen wie Mais und Sonnenblumen. Im Bereich Pflanzenschutz konstatierte Köhler vor allem eine hohe Intensität im Getreide, eine erneute Knappheitsdiskussion um Rübenherbizide und eine anhaltende Diskussion um den Wirkstoff Clomazone im Rapsanbau.

Syngenta: Jahr der Integration

Michael Escher, Geschäftsführer von Syngenta Agro, stellte anschließend die derzeitige Situation des Hauses Syngenta und die Pläne fürs kommende Jahr vor. Hauptthema im Unternehmen war 2012 die vor einem Jahr gestartete Integration. Diese neue Strategie bedeutete, die vorher getrennten Unternehmensbereiche Pflanzenschutz und Züchtung zusammenzuführen und nun den Kunden gegenüber mit einer einheitlichen, auf Kulturarten abgestimmten Struktur aufzutreten. Sogenannte "Kulturenteams" vereinen zukünftig das Know how aus beiden Bereichen und bieten dem Landwirt damit komplexe Lösungen an. Wie Escher erläuterte, ist die Syngenta in diesem Jahr bei der Integration gut vorangekommen. Die Außendienst-Teams, die bei der Zusammenführung der Vertriebswege von Saatgut und Chemie die wichtigste Rolle spielten, wurden gestärkt, nicht zuletzt durch die Einstellung von 40 neuen Kollegen. Für das neue Jahr betont Escher: "Wir starten in allen wichtigen Kulturen aus einer stabilen Position." Eine Umsatzsteigerung von neun Prozent in diesem Jahr zeige, dass die neue Strategie sich bewährt hat.

Produkthighlights

Ein großer Teil der Vorträge war den wichtigen Produktgruppen des Unternehmens vorbehalten. Dazu gehört das Thema Hybridgerste - ist Syngenta doch der einzige Züchter und Anbieter dieser Sorten. Nach Ansicht der Referenten Dr. Klaus Bassermann und Dr. Christoph Steden ist Hybridgerste allerdings ein wichtiger Baustein für die unerlässliche Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Sie bieten Ertragsstabilisierung und Mehrertrag, was Landwirte auf unterschiedlichsten Standsorten inzwischen zu schätzen wüssten. Allerdings verlangten Hybridsorten auch ein spezielles Anbausystem, damit die Vorteil der Sorten auch zum Tragen kommen können. Im kommenden Jahr werden alle Hybridsorten unter der Dachmarke Hyvido zusammengefasst, für 2014 kündigten sie eine neue Generation erfolgversprechender Sorten an.
 
Auch für Raps und Mais wurden vielversprechende Neuzulassungen angekündigt. Im Pflanzenschutzbereich galt die Aufmerksamkeit einer neuen Generation innovativer Getreidefungizide, die von den Referenten Jan Hempel und Dr. Michael Käsbohrer vorgestellt wurden. Der Wirkstoff Isopyrazam wird laut Käsbohrer wohl der einzige neuzugelassene fungizide Wirkstoff sein - wie der Bereich Herbizide ist auch der Bereich Fungizide von Innovationen nicht gerade überschwemmt. Gerade mal vier echte neue Wirkstoffgenerationen sind in den letzten vierzig Jahren zu verzeichnen. Darum fordern beide Redner - gerade angesichts der hohen Leistungsfähigkeit des neuen Produktes - dazu auf, sorgsam mit ihm umzugehen und mit durchdachten Resistenzstrategien eine langanhaltende Wirksamkeit zu sichern. Es ginge keinesfalls darum, andere Wirkstoffe zu ersetzen, sondern um neue Bausteine für Resistenzstrategien.
 
Käsbohrer und Hempel beschreiben das Besondere an Isopyrazam: Dank einer langen Bindung des Wirkstoffes an die Wachsschicht und einer engen Bindung an ein Enzym ist er besonders lange und breit wirksam. Außerdem stärkt er die Pflanze, indem er ihre Photosyntheseleistung fördert. Die ersten aus dem neuen Wirkstoff zu erwartenden Produkte werden Seguris Opti und Bontima heißen.
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