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Minusgrade

Tausende Tiere fallen Wetterphänomen zum Opfer

Eva Eckinger/dpa
am
02.03.2016

Ein außergewöhnliches Wetterphänomen namens "Dzud" hat die Mongolei im Griff. Im Sommer blieb der Regen aus, nun folgte bittere Kälte. Mindestens 125.000 Stück Vieh sind bisher in der Kälte dieses Winters verendet.

Wenig Regen im Sommer und ein extrem harter Winter, so könnte man das Phänomen "Dzud" (mongol.: Schnee- und Eiskatastrophe) zusammenfassen, das aktuell die Mongolei beherrscht. Bittere Kälte und viel Schnee machen den Tieren zu schaffen, meldet die dpa.

Sie verenden zu Tausenden und mit ihnen stirbt die Lebensgrundlage vieler Mongolen. Erst im Dezember waren in den USA 30.000 Milchkühe an einer Unwetterkatastrophe verendet.

Tiere verhungern, Arbeitslosigkeit steigt, Hunger droht

Der Dzud habe bereits 98 Bezirke im Griff, 113 weitere der insgesamt 329 Bezirke könnten bald ebenfalls betroffen sein, sagt die Regierung in der Hauptstadt Ulan Bator laut dpa. Etwa die Hälfte der Mongolen lebt von Viehwirtschaft. Wenn der Winter weiter so massiv anhält und noch mehr Tiere verhungern oder erfrieren, könnte die Arbeitslosigkeit stark ansteigen.

Minus 39 Grad: Phänomen Extremwinter

Extremwinter sind ein wiederkehrendes Phänomen in der Mongolei. Zuletzt war das Land im Winter 2010 schlimm betroffen. Nach Unicef-Angaben verendeten damals mehr als sieben Millionen Tiere des Viehbestands. Bei abendlichen Durchschnittstemperaturen von Minus 39 Grad könnte nun erneut Ähnliches drohen.

Wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) meint, hänge das Wetterphänomen offenbar mit der Dürre im Sommer zusammen: Dieser sei auffällig warm gewesen, es gab weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Niederschläge.

Krisenhilfe: 4 Millionen Euro nötig

Laut Schätzungen des mongolischen Außenministeriums benötigt das Land rund vier Millionen Euro, um Notfallfahrzeuge, Kleidung, Medizin und Nahrung sowie Heu, Futtermittel und Impfungen für das Vieh zu finanzieren, meldet die dpa. Dennoch hat die Regierung bislang nicht den Notstand erklärt.

Regierung muss den Notstand erklären

"Wir haben drei Millionen Dollar zur Seite gelegt, um bei einer Katastrophe reagieren zu können und erwarten, dass Hilfsorganisationen ungefähr zehn Millionen zur Verfügung stellen könnten", sagt Robert Schoellhammer, Landesdirektor der Asiatischen Entwicklungsbank.

"Aber die Landesregierung muss den Notstand ausrufen, bevor wir handeln können", so Schoellhammer laut dpa. Das letzte Mal erklärte die Mongolei 2010 wegen eines Dzud den Notstand. Damals starben zeitweise 250.000 Tiere pro Woche.

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