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Teller statt Tonne: Lebensmittelreste clever nutzen

firschgebackene Pizza
am Mittwoch, 21.04.2021 - 09:00 (1 Kommentar)

In Deutschland landen rund 18 Mio. t Lebensmittel im Müll. Jedes Jahr! Das ist nicht nur ein furchtbares Gefühl, sondern auch für Klima, Ressourcen und Umwelt eine echte Katastrophe. Wir zeigen Menschen, die tolle Lösungen gefunden haben gegen die Verschwendung hochwertiger Lebensmittel.

Wer hat eigentlich die Pizza erfunden? Darüber gib es verschiedene Geschichten. Die am häufigsten erzählte: Die Italiener haben die Pizza erfunden als sinnvolle und leckere Möglichkeit, die Reste verschiedener Gerichte und Lebensmittel zu verarbeiten. Teig ausrollen, Reste drauf, Käse drüber und backen - fertig! Demnach ist aus einer Notlösung eines der beliebtesten Gerichte der Welt geworden. Doch leider gibt es noch viel zu wenig von diesen Ideen, Lebensmittelreste sinnvoll einzusetzen.

1,3 Milliarden Tonnen landen im Müll

Jedes Jahr werden 1,3 Mrd.t essbare Lebensmittel weggeworfen. Das berichtet die Welternährungsorganisation FAO. In Deutschland landen jedes Jahr über 18 Mio. t an Lebensmitteln in der Tonne. Das sind, so rechnet der WWF, 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel, die pro Sekunde entsorgt werden – ob nach der Ernte, bei der Weiterverarbeitung, im Großhandel, im Restaurant oder bei uns zu Hause.

Zuviel, finden viele Menschen und arbeiten daran, Einkauf, Planung und Verwertung von Lebensmitteln besser aufeinander abzustimmen. Einige haben clevere Ideen, was man mit altbackenen, abgelaufenen oder aussortierten Waren machen kann. 

Köstlichkeiten aus altem Brot

Altes Brot, überreifes Obst und Gemüse - das sind die Zutaten für die Köstlichkeiten von Reza Khajavi: Safran-Dattel-Taschen, Tomatensoße, Bananenmus und vieles mehr. Der gebürtige Iraner verkauft seine Kreationen auf dem Wochenmarkt. Rezepte aus seiner Heimat dem Iran geben ihm neue Ideen, was er aus den alten Lebensmitteln machen kann. Der SWR hat Reza in einem Beitrag vorgestellt.

Etepetete: krummes Gemüse aus dem Allgäu

Die drei Etepetete-Gründer kaufen aussortiertes Obst und Gemüse, das zu klein, zu groß, zu krumm oder sonstwie nicht passend für den Lebensmitteleinzelhandel ist, und vermarkten es in Abo-Kisten. Lieferanten sind Bio-Landwirte. Zunächst als regionales Unternehmen gestartet, kann man sich die Boxen inzwischen in ganz Deutschland liefern lassen.

Lebensmittel retten per App

Too good to go - Zu gut, um zu gehen oder Zu gut, um´s wegzuwerfen, das ist der Name einer App zur Verteilung von übrig gebliebenen oder abgelaufenen Lebensmittel. Über 7.00 Supermärkte, Naturkosthändler, Cafés und Restaurants nehmen inzwischen daran teil.

Per App erfährt der Nutzer, wo es zum Beispiel am Abend zu Ladenschluss Lebensmittel gibt, die zu verteilen sind. Die App kann im Apple Store oder Google Play Store heruntergeladen werden. Ergänzend dazu gibt es Rezepte und Tipps für Aufbewahrung und Kochen.

Resteessen im Supermarkt

Ein Plus-Supermarkt in den Niederlanden bietet selbst gekochtes Essen aus Fleisch, Obst, Gemüse und mehr, die für den Verkauf nicht mehr geeignet sind. Mindesthaltbarkeit erreicht, Druckstellen, an der Kasse zurückgelassen - normalerweise wird so etwas im Lebensmitteleinzelhandel weggeworfen. Dieser Supermarkt zaubert aus den Resten leckere Gerichte, die den Kunden für kleines Geld verkauft werden. Leider leidet die Nachhaltigkeit ein wenig darunter, dass die Gerichte in Plastikverpackungen abgegeben werden.

Das Pro.7-Magazin Galileo hat einen Fernsehbeitrag über das Plus-Projekt gemacht.

Resteverwertung mit Tradition: Gröstl und Co.

Vom Sonntagsessen sind Kartoffeln und Braten übrig? Ab in die Pfanne damit, Speck, Eier dazu, fertig ist das Tiroler Gröstl. Wer mag, brät eine Zwiebel mit dazu.

So wie das Gröstl in Tirol, Bayern und Baden-Württemberg, gibt es in allen Teilen Deutschlands typische Gerichte zur Verwertung übriggebliebener Lebensmittel. Resteauflauf, Hoppelpoppel, Bauernfrühstück, Kirschmichel... die Namen sind so vielfältig wie unterschiedlich.

Kommentar

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