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Politik EU

Thüringen: 70 Prozent der Betriebsprämien im Dezember

von , am
01.10.2015

Thüringen will den Großteil der EU-Agrarbeihilfen noch im Dezember an seine Landwirte auszahlen, darunter auch die Ausgleichszulage. Die Greening-Prämien sind jedoch ausgenommen.

Thüringen zahlt wegen der prekären Marktsitation die Prämien frühzeitig aus. © fotolia/apopo
Knapp 200 Millionen Euro sollen bereits bis Ende des Jahres an die hiesigen Landwirte ausgezahlt sein, kündigte gestern die Thüringer Agrarministerin Birgit Keller an. Der Grund dafür sei die prekäre wirtschaftliche Lage vieler tierhaltenden Betriebe aufgrund der Markteinschnitte im Jahr 2015. "Deshalb haben wir uns entschieden, neben der finanziell umfangreichen Basisprämie (143 Millionen Euro) und einigen kleineren Prämien auch die Ausgleichzulage (20 Millionen Euro) im Dezember auszuzahlen. Im November erfolgt bereits die Zahlung des KULAP-Vorschusses über rund 20,5 Millionen Euro", heißt es in der Pressemitteilung.

Greening-Prämie erst im März 2016

Die Greening-Zahlungen in Höhe von rund 65 Millionen Euro sind von den frühzeitigen Auszahlungen ausgenommen, denn die Bewilligung stellt, so die Stellungnahme des Ministeriums, hohe Ansprüche an die Agrarverwaltung. "Thüringen ist verpflichtet, die EU-Zahlungen ohne Risiken späterer Strafzahlungen für das Land umzusetzen. Diese übertragenen Kontrollaufgaben können in 2015 für alle Betriebe nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden. Allein die nicht so prüfungsintensiven 600 sogenannten Kleinerzeuger erhalten daher auch ihre Greening-Zahlungen noch in diesem Jahr. Für die anderen Betriebe wird die Auszahlung des Großteils der Direktbeihilfen vorgezogen und die Auszahlung der Greening-Prämie erst im März 2016 vorgenommen", heißt es aus dem Ministerium.

'EU-Vorschusszahlungen machen wenig Sinn'

In diesem Zusammenhang wies Landwirtschaftsministerin Keller die Vorschläge der EU-Kommission angesichts niedriger Milch- und Fleischpreise für Vorschusszahlungen ab Ende Oktober zurück: "Wer die Belastung der Agrarverwaltung durch die EU-Bürokratie kennt, weiß auch, dass ein jetzt noch dazwischen geschobener Vorschuss nur den Termin für die Schlusszahlung nach hinten verschiebt. In dieser Einschätzung bin ich mir mit den anderen Ländern einig. Unser Ziel ist stattdessen die möglichst umfangreiche und frühzeitige Auszahlung der verschiedenen Flächenbeihilfen."
 

Steckbrief: 'Neue' Zwischenfruchtarten auf dem Acker

Alexandrinerklee (Leguminose) besitzt eine geringe Konkurrenzkraft und hat hohe Saatbettansprüche. © Feldsaaten Freudenberger GmbH & Co. KG
Der Buchweizen ist ein Knöterichgewächs. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Seine Winterhärte ist sehr gering. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Die Jugendentwicklung des Buchweizens wird als schnell eingestuft. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Öllein (Leingewächs) hat ebenso hohe Saatbettansprüche. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Sein Aussam-Risiko ist gering. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Ramtillkraut gehört zu den Korbblütlern. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Es hat einen geringen Nährstoffbedarf. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Rauhafer, das sogenannte Süßgras, hat eine hohe Unkrautunterdrückgung. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Seine Winterhärte wird als gering eingestuft. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
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