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Umwelt

Thüringen beschließt Strategie zur Erhaltung biologischer Vielfalt

von , am
10.10.2011

Erfurt - Thüringen hat sich in seiner Strategie unter anderem eine stärkere Integration von Biodiversitätsbelangen in die Land- und Forstwirtschaft zum Ziel gesetzt.

© Rainer Sturm
So soll der Phosphor- und Stickstoffeintrag aus der Landwirtschaft in natürliche Lebensräume weiter reduziert werden, unter anderem durch flächenangepasste Tierbestände, eine emissionsarme Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und geeignete Nutzpflanzensorten.
 
Daneben ist vorgesehen, bis zum Jahr 2020 ein Zehntel der agrarisch genutzten Fläche Thüringens ökologisch zu bewirtschaften, ausgehend von aktuell etwas mehr als vier Prozent. Schließlich sollen alte und regional angepasste Tier- und Pflanzenarten wieder verstärkt eingesetzt sowie der Anteil von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert deutlich ausgebaut werden.
 
Zu den Zielen für die forstwirtschaftliche Nutzung gehört die Erhöhung des Laubbaumanteils von derzeit 38 Prozent der heimischen Waldfläche auf mindestens 50 Prozent im Jahr 2100. Darüber hinaus soll die Umsetzung des Habitatbaum- und Totholzkonzeptes weiter voranschreiten. Weitere der insgesamt 30 in der Strategie aufgeführten Ziele beziehen sich auf die Vernetzung von Lebensräumen, unter anderem die Erstellung eines abschließenden Biotopverbundkonzeptes bis 2020.
 
Daneben soll die Durchgängigkeit der wichtigsten Thüringer Fließgewässer wieder hergestellt werden. Schließlich sieht das Papier vor, den Erhaltungszustand jeder zweiten, aktuell bedrohten Art zu verbessern, für die Thüringen Verantwortung im Rahmen von Natura 2000 trägt. Mit der Strategie setzt der Freistaat eigenen Angaben zufolge internationale Verpflichtungen um, wie sie zum Beispiel durch die jüngsten Verhandlungen der Vertragsstaaten 2010 in Nagoya begründet wurden. (AgE)
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