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Diskurs

Tierfilmer Kieling & Bauer Willi: Thesen und Fakten zu Glyphosat

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
09.08.2016

Tierfilmer und Abenteurer Andreas Kieling ist gegen Glyphosat und teilt das in einem Video deutlich mit. Seine Thesen sind dabei aber teils fragwürdig. Bauer Willi antwortet aus der Sicht des Landwirts.

Tierfilmer und Abenteurer Andreas Kieling ist auf der ganzen Welt unterwegs und berichtet seit Jahren über die Tierwelt. Kieling kämpft für den Erhalt der Natur und hat sich nun dazu veranlasst gefüllt, auch etwas zu dem Thema Glyphosat zu sagen. Inhaltlich hätte er seine Aussagen allerdings vorher checken sollen.

In dem Video steht er vor einem reifen Weizenbestand, in der Hand einen roten Pflanzenschutzkanister. Kieling erklärt in der Folge, dass es unter deutschen Landwirten Usus wäre, Mittel mit Glyphosat zweimal im Jahr im Weizen auszubringen. "Einmal im Frühjahr, wenn man sät [...] und wenn der Weizen in die Reife kommt", meint der Tierfilmer. Wenn es danach nicht mehr regne, komme so nach Meinung Kielings das "Gift" 1:1 beim Verbraucher an. Der Abenteurer geißelt schließlich auch die Entscheidung des Bundestages (die Entscheidung lag letzten Endes bei der EU-Kommission, Anm. d. Redaktion), die Zulassung des Wirkstoffs zu verlängern.

Dann holt Kieling zu einem Rundumschlag gegen die "normale" Landwirtschaft aus, die er für die "Kultursteppen" im ländlichen Raum verantwortlich macht. "Bodenausbeutung, Mineraldünger, Unmengen von Spritzmittel", so sieht Kieling die Landwirtschaft in Deutschland. Es liege am Verbraucher, dies mit seinem Kaufverhalten zu ändern.

Agrarblogger Bauer Willi nimmt den Aufruf Kielings zur Diskussion auf und schildert seine Meinung zu dem Thema.

Antwort von Bauer Willi

Zu Beginn seines Video-Kommentars macht Bauer Willi klar, dass er keinen Landwirt kenne, der Glyphosat in den reifen Weizen spritze. "Das stimmt einfach nicht, ich weiß auch nicht, wie sie zu dieser Aussage kommen", zeigt sich Bauer Willi zu  Beginn des Videos von Kieling enttäuscht.

Auch zum Thema Fruchtfolge äußert sich Bauer Willi. Auf seinem Weizenbestand, vor dem er im Video zu sehen ist, standen zuvor Zuckerrüben, Gerste, Weizen und Winterraps. Nach der Ernte des Raps sei vor fünf Jahren einmal Glyphosat zur Bekämpfung des Ausfallraps ausgebracht worden. Von einer dauerhaften Anwendung auf reinen Getreideflächen könne somit nicht die Rede sein.

"Ich habe ihnen bisher immer getraut [...] aber nach diesem Video ist mein Vertrauen in sie in Unordnung geraten", fügt Bauer Willi an und bittet Kieling, beim nächsten mal "doch jene zu fragen, die sich mit dem Thema auskennen - die Landwirte."

"Es ist leicht davon zu reden, "machen wir doch alle Bio", aber damit auch seine Familie zu ernähren, ist das andere", kommentiert der Agrarblogger die Aussagen Kielings zu dem Thema, lobt aber zum Ende auch dessen Anregung an die Gesellschaft, bewusster mit dem Thema Ernährung umzugehen.

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