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Politik EU

Tierisches Eiweiß: Verfütterungsverbot auf dem Prüfstand

© landpixel
von , am
23.02.2011

Brüssel - Eiweiß, das aus Schlachtresten von Schweinen, Geflügel und Fisch gewonnen wird, könnte wieder als Futtermittel zugelassen werden.

Schweine reagieren besonders empfindlich auf zu hohe Mykotoxinwerte im Futter. © Mühlhausen/landpixel
EU-Gesundheitskommissar John Dalli will nach der Sommerpause die Diskussion über eine Lockerung des Totalverbots der Verfütterung verarbeiteter tierischer Proteine (PAP) beginnen. Das kündigte der Maltese am Montag gegenüber den EU-Agrarministern in Brüssel an.
Zuvor müssten jedoch alle nötigen Kontrollmechanismen funktionstüchtig sein, um den Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier sicherzustellen, betonte Dalli. Die Bewertung der Instrumente nähere sich jedoch dem Abschluss. Vor allem müsse man die Möglichkeit der ungewollten Vermischung vermeiden.
 

Kannibalismusverbot bleibt gewahrt

Wie der Kommissar bereits im vergangenen Juli in Aussicht stellte, ist die Brüsseler Behörde bereit, Eiweiß, das aus geeigneten Schlachtresten von Schweinen und Geflügel beziehungsweise aus Fischen gewonnen wurde, wieder als Futtermittel zuzulassen.
Dabei soll das Kannibalismusverbot gewahrt bleiben: Hühner dürften nur Schweineprotein erhalten und umgekehrt. Wiederkäuer wären von diesem Kreislauf grundsätzlich ausgeschlossen. Experten gehen davon aus, dass eine Lockerung des Verbots die angespannte Situation bei Eiweißfuttermitteln zumindest ein wenig entlasten könnte.
 

BSE-Bekämpfung: 'Exzellente Fortschritte' erzielt

Dalli betonte auf der Sitzung noch einmal, dass die EU im Kampf gegen die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) "exzellente Fortschritte" erzielt habe. Man sei kurz davor, die Krankheit innerhalb der Gemeinschaft auszumerzen. Deshalb könne man jetzt über weitere Lockerungen der gegen die Ausbreitung von BSE getroffenen Maßnahmen nachdenken.
Bereits vergangene Woche wurde das BSE-Testalter von Schlachtrindern in 22 EU-Ländern auf 72 Monate angehoben.
Dalli erinnerte die Minister allerdings daran, dass für eine Überarbeitung des Verfütterungsverbots die Zustimmung des Europäischen Parlaments nötig ist. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten zeigte sich einer Prüfung aufgeschlossen gegenüber, pochte aber ebenso wie Dalli selbst darauf, dass vor einer Lockerung alle nötigen Kontrollsysteme einsatzbereit sein müssten.
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