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Politik EU

Tiermehl für Fische bald wieder erlaubt

von , am
19.02.2013

Brüssel - Ab 1. Juni dürfen Fische wieder mit Tiermehl aus Schweinen und Hühner gefüttert werden. Das Risiko einer BSE-Übertragung unter nicht-wiederkäuenden Tieren sei geringfügig. Frankreich protestiert.

Gesucht werden innovative Ideen und Konzepte zur Aquakultur. © landpixel
Fische dürfen in der Europäischen Union bald wieder mit Tiermehl aus Schweinen und Hühnern gefüttert werden. Ein vor zwölf Jahren als Reaktion auf die Rinderkrankheit BSE erlassenes Verbot läuft am 1. Juni aus, wie die EU-Kommission mitteilt.
 
Damit darf auf Beschluss der EU-Mitgliedstaaten an Fische und andere auf Aquafarmen gezüchtete Tiere wieder Mehl aus nicht-wiederkäuenden Tieren wie Schweinen und Hühnern verfüttert werden. Der EU-Kommission zufolge entspricht der Beschluss wissenschaftlichen Erkenntnissen, nach denen "das Risiko einer BSE-Übertragung unter nicht-wiederkäuenden Tieren geringfügig ist", solange Kannibalismus vermieden wird - die Tiere also nicht ihre Artgenossen fressen -, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Frankreich spricht von absurder Finanzlogik und fordert Negativkennzeichnung

In Frankreich mehren sich die Proteste gegen die Verfütterung von Tiermehlen. Die französische Umweltministerin Delphine Batho fordert Warnungen für den Verbraucher und zieht Parallelen zwischen dem Pferdefleisch und Tiermehlen in der Aquakultur. Es sei die gleiche absurde Finanzlogik, betonte die Ministerin am Sonntag im französischen Fernsehen.
 
Um den Verbraucher zu schützen, forderte sie ein Label "ohne Einsatz von Tiermehl" für Fische. Ein Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg wies gestern darauf hin, dass bestimmte Fischarten Fleischfresser seien. Nach dem Ende der BSE-Krise könne der vorsichtige Einstieg in die Verfütterung von Tiermehlen dazu beitragen, von Sojaimporten unabhängiger zu werden. Eine Negativkennzeichnung mit dem Hinweis "ohne Tiermehl" lehnt der Sprecher ab.
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