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Österreich

Tierquälerei: Vermeintliche Rehkitz-Retterin verurteilt

Rehkitz im Gras
Symbolbild © ah/pixabay
von , am
07.12.2017

Eine Frau wollte nach einem Wildunfall ein Rehkitz "retten" und nahm es mit nach Hause. Nun wurde sie in Österreich wegen Tierquälerei verurteilt.

Wie der ORF berichtet, hatte eine 28-Jährige Österreicherin aus Braunau am Inn im Juni einen Wildunfall. Sie hatte mit ihrem Auto ein Rehkitz angefahren. Die Frau nahm das verletzte Reh mit nach Hause und brachte es am Balkon ihrer Wohnung unter. Dort blieb es laut ORF-Meldung über Nacht und auch noch bis zum Nachmittag des nächsten Tages.

Ohne Wasser: Rehkitz auf heißem Balkon

Wie es in der Anklageschrift heißt, musste das Tier die ganze Zeit in großer Sommerhitze und ohne Nahrung oder Wasser auf dem Balkon verbringen. Schließlich aber wurden Nachbarn auf die Schreie des Tieres aufmerksam und verständigten die Polizei, so der ORF. Nach eingehender Untersuchung musste ein Jäger das Rehkitz dann schließlich nottöten.

Anklage wegen Tierquälerei und Eingriff ins Jagdrecht

Vor Gericht habe die Frau angegeben, dass sie einen Jäger anrufen wollte, der das Tier pflegt. Das war ihr aber offenbar nicht gelungen. Angeklagt wurde die 28-Jährige wegen "Eingriff ins Jagdrecht" und wegen "Tierquälerei".

Im ersten Punkt wurde sie vom Landesgericht Ried im Innkreis freigesprochen, denn sie habe sich das Wildtier nicht vorsätzlich angeeignet. Doch wegen Tierquälerei erhielt die Frau drei Monate auf Bewährung. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Mit Material von ORF

Rehkitze retten: Landwirte zeigen wie es geht

Rehkitz im Gras
Christiane schreibt uns: "Hab auch ein Bambi gerettet - und das ganz ohne Technik. Hab mir nur die Stelle gemerkt, an der die Mutti lag und bin hingelaufen." © Christiane Bruijnen
Vogelscheuche und Rehkitzretter
Andreas schickt uns ein Foto von seinem Wildtierretter: "Super Teil! Es scheucht die Tiere so auf, dass man sie bemerkt. Aber trotz aller Technik muss man immer noch wachsam und mit Verstand arbeiten!" Thilo erzählt: "Vogelscheuchen von vogelscheuchen.de (sind eigentlich als Krähenschreck im Mais gedacht) ein bis zwei Tage vorm Mähen aufstellen und alles läuft top." © Andreas Neudorfer/Thilo Keller
Rehkitzretter und Kitz
Markus hat sich einen Rehkitzretter besorgt: "Ein bis 2 Tage vorher aufstellen. Er piept und blinkt circa alle 40 Minuten für etwa 5-10 Minuten blau und soll für bis zu 3 Hektar geeignet sein. Er funktioniert mit Lichtsensor und ab der Dämmerung fängt das Gerät an." Landwirt Gregg hat ebenfalls ein wachsames Auge. © Markus Westlinning/Gregg Steinbacher
Reh im Gras
Auch Landwirt Lothar hat genau aufgepasst und auf die kleinen Kitze geachtet. © Lothar Teuchgräber
Jäger bei der Mahd
Tim wartet ab, bis seine Kollegen und die Jäger der Gegend die Wiese durchkämmt haben. © Tim Hofmann
Pöttinger Wiltierretter
Daniel berichtet uns von seiner Methode: "Das kleine Kästchen neben der Scheibe rechts erzeugt Ultraschall-Töne. Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber die Rehe müssen etwas älter sein, sonst funktioniert es leider nicht." © Aebischer Daniel
Kitz Wildtier
Bastian achtet auf die kleinen Kitze im Gras, ehe er mit dem Mähen beginnt. © Bastian Farrenkopf
Wiltierretter vor Traktor
Benedikt nutzt ein piepsendes Kästchen an seinem Traktor. Außerdem "gehe ich bekannte Stellen vorher mit meinem Hund ab und sage dem Jäger Bescheid", so der Landwirt. © Benedikt Hilger
Rehkitz im Gras
Mario schreibt: "Gerade eben gerettet. Man muss halt ein wachsames Auge beim Mähen haben!" © Mario Gehnich
Wiltierrettung
Kai-Uwe erklärt: "Ich habe einen Warner an der Warntafel vorne rechts und einen am Rahmen vom Heckmähwerk." © Kai-Uwe Menge
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