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Gerichtsverhandlung

Tierrechtler gegen Landwirt: Prozess nach Einbruch in Putenstall

Puten in Putenstall
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Eva Eckinger, agrarheute
am
19.05.2017

Nach dem Einbruch in einen Putenstall 2015 stehen die drei Aktivisten nun erneut vor Gericht. Der Prozess soll die Rechte von Landwirten sowie die Befugnisse von Tierrechtlern klären.

Ein verletzter Landwirt und 250 tote Puten waren das Fazit einer Aktion von drei Tierrechtlern in Baden-Württemberg im Mai 2015. Die Aktivisten stiegen in einen Putenstall in Ilshofen-Ruppertshofen im Kreis Schwäbisch Hall ein, wie agrarheute.com berichtete. Nun stehen sie in Heilbronn vor Gericht.

Laut Rhein-Neckar Zeitung (RNZ) handle es sich hier um einen Prozess mit grundsätzlicher Bedeutung für ganz Deutschland. Es gehe um mehr als nur Gesetze, sondern grundverschiedene Weltanschauungen.

Befugnisse von Tierschützern und Rechte von Landwirten

Der erste Verhandlungstag sei laut Hohenloher Zeitung (HZ) sehr emotional gewesen. Unter den Zuhörern vor dem Heilbronner Landgericht seien nicht nur Landwirte, sondern auch Sympathisanten der Aktivisten von "Act for Animals". Die Richterin und zwei Schöffen sollen nun über die Befugnisse von Tierschützern einerseits und die Rechte von Landwirten andererseits urteilen.

Körperverletzung: Aktivist attackiert Landwirt

Nach wie vor ist klar: Zwei der drei angeklagten Tierrechtler drangen in einen Putenstall in Ruppertshofen ein. Während sie filmten, wurde der 36-jährige Landwirt von einem Bewegungsmelder alarmiert. Beim Verlassen des Stalls begegnete der Hauptangeklagte aus Tübingen dem Landwirt, der mit einem Stock auf den maskierten Aktivisten einschlug. Der Landwirt flüchtete sich ins Wohnhaus der Familie, wurde dorthin aber vom Aktivisten verfolgt und mit Pfefferspray attackiert.

Todesangst: Täter verfolgt Landwirt

Das Landwirtsehepaar konnte den Täter schließlich stellen und verständigte umgehend die Polizei. 250 Puten verendeten wohl an einer Massenpanik infolge des Einbruchs in den Stall. Der Putenhalter wurde bei der Attacke verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Er habe Todesangst gehabt, erzählt der Landwirt. Die Verteidiger der Tierrechtler halten diese Schilderung für überzogen, berichtet die HZ.

Tierrechtler zu Bewährung und Geldstrafen verurteilt

Das Amtsgericht Schwäbisch Hall hatte die drei Aktivisten Bereits im April 2016 wurden die Tierrechtler verurteilt, der Landwirt blieb unbehelligt. Der Hauptakteur bekam eine Bewährungsstrafe von einem halben Jahr und musste 3000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Bei seinen Helfern sollte die Beihilfe zum Hausfriedensbruch mit Geldstrafen geahndet werden, berichtet die RNZ.

Rechte von Landwirten klären

Der Staatsanwaltschaft sei das Urteil zu mild gewesen, die Angeklagten hätten Freispruch gefordert. Nun sollen die Rechte und Befugnisse geklärt werden. Wie Richterin Oestreich aber laut Rhein-Neckar Zeitung schon zum Auftakt verkündete, sei es "fraglich, ob der Prozess festmauern kann, was Tierschützer dürfen und was nicht."

Mit Material von Hohenloher Zeitung, Rhein-Neckar Zeitung, Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft

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