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Shitstorm

Tierschützer toben: Gerettete Schweine kommen auf den Grill

Würstchen auf dem Grill
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Sabine Leopold, agrarheute
am
29.08.2017

Zwei Sauen und ihre 18 Ferkel rettete eine Ortsfeuerwehr im englischen Wiltshire Anfang des Jahres vor dem sicheren Feuertod. Jetzt kamen die ausgemästeten Schweine auf den Grill. Die Besitzerin hatte einige der Tiere den Feuerwehrleuten zum Dank gespendet. Für Tierrechtler ein Eklat.

Als im Februar dieses Jahres im englischen Pewsey 60 Tonnen Heu in Brand gerieten und das Feuer drohte, auf die Schweineställe überzugreifen, rettete die Ortsfeuerwehr zwei Sauen und deren 18 Ferkel vor einem qualvollen Tod.

Farmerin Rachel Rivers dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz, indem sie ihnen Würste der inzwischen ausgemästeten Schweine für eine Grillparty zur Verfügung stellte. Die Brandlöscher wiederum zeigten ihre Freude über das Geschenk mit Bildern in den sozialen Netzwerken. "Fantastisch" seien die Schweinswürstchen gewesen. 

Was folgte, war ein Tierrechtler-Shitstorm vom Feinsten, denn wer Ferkel rette, könne selbige doch nicht einfach später aufessen, beklagten sich Tierschutzaktivisten. Diverse Medien – auch deutsche – hauten flugs in dieselbe Kerbe: Aus dem Feuer auf den Grill – wie pervers.

 

PeTA will Feuerwehrmänner zu "wahren Helden" bekehren

Den veganen Protesten voran stürmte – medienwirksam wie immer – die Tierrechtsorganisation PeTA.

Man habe den Tieren nur einen sechsmonatigen "Exekutionsaufschub" gewährt. Die Schweine seien nun "nicht besser dran" als bei einem qualvollen Tod in den Flammen, ließ sich die englische PeTA-Sprecherin Mimi Bekhechi zitieren. 

Um die herzlosen Feuerwehrleute zum Besseren zu bekehren, werde PeTA vegane Würstchen an den Dorset and Wiltshire Fire and Rescue Service senden. Man wolle den Männern zeigen, wie sie zu "wahren Helden für Schweine" werden könnten.

 

Dem Tierrechtler-Druck nachgegeben

Die Pewseyer Feuerwehr hat dem Druck inzwischen nachgegeben, die Bilder von ihren Social-Media-Seiten entfernt und sich bei den Kritikern entschuldigt. Die Würstchen seien köstlich gewesen, doch man verstehe, dass man die Gefühle von Tierliebhabern verletzt habe (die Entschuldigung einschließlich diverser Kommentare lässt sich hier nachlesen).

Schweinehalterin Rachel Rivers hingegen verteidigte ihr Geschenk und die Beschenkten: Sie habe den Tieren nach besten Kräften ein angenehmes Leben ermöglicht. Doch Mastschweine seien keine Kuscheltiere, ihre Schlachtung gehöre zum Farmleben hinzu. Der kulinarische Dank an die Retter sei dennoch gerechtfertigt.

Um zwischen "Verbrennen bei lebendigem Leib" und "Schlachtung" einen Unterschied zu machen und um Menschen Respekt zu zollen, die regelmäßig ihr Leben für andere aufs Spiel setzen, braucht es wohl ein bisschen mehr Empathie, als PeTA-Aktivisten sie aufbringen können.

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