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Politik national

Tierschutz: Weder Schnellschüsse noch Überraschungen geplant

von , am
01.12.2010

Hannover - Niedersachsens Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke hat dementiert, dass es im Landwirtschaftsministerium kurzfristige Pläne für eine deutlich verschärfte Tierschutzpolitik gibt.

Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke.

Er war in der vergangene Woche von einer in Hannover erscheinenden Tageszeitung mit Äußerungen über "gravierende Mängel" in der Nutztierhaltung und einer bevorstehenden "Tierschutzoffensive" in Zusammenhang gebracht worden.

'Schwarzen Schafen auf die Finger klopfen'

In einem Interview mit der LAND & Forst (Ausgabe 48/2010) erklärte der Staatssekretär, man brauche keine Kehrtwende, da Tierschutz in Niedersachsen ein Dauerthema sei, an dem man seit langem kontinuierlich arbeite. Ripke verwies auf "ein ganzes Bündel an Leitlinien und Empfehlungen für die Nutztierhaltung" und einen "effizienten Tierschutzdienst" im Land. Wichtig sei ihm dabei, dass dieser den "schwarzen Schafen richtig auf die Finger klopft".

Ripke: Zeitungsbericht hat 'mit sachlicher Wiedergabe nichts zu tun'

Der fragliche Zeitungsbericht hatte sich auf Aussagen Ripkes vor dem Agrarausschuss des Niedersächsischen Landtages berufen. Der Staatssekretär erklärte dazu, der Beitrag enthalte Spekulationen und habe "mit der sachlichen Wiedergabe der Vorgänge im Ausschuss nichts zu tun". In dem Interview bestätigte Ripke, vor dem Ausschuss Veränderungen angekündigt zu haben. "Der entscheidende Punkt aber ist der: Ich habe nicht von Jetzt und Heute gesprochen, sondern Perspektiven aufgezeigt, Ziele für die Zukunft genannt", so Friedrich-Otto Ripke.

Tierschutz mit Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in Einklang bringen

Jeder, der sich mit der Materie auskenne, wüsste um den nötigen wissenschaftlichen Vorlauf. Ebenso wichtig sei es, "Anforderungen des Tierschutzes mit denen an die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe in Einklang zu bringen", sagte Ripke. Veränderungen würden anstehen, sobald die vom Ministerium ausgelösten Forschungsprojekte praxistaugliche Ergebnisse lieferten und gemeinsam mit den Praktikern umsetzbare Lösungen entwickelt wurden. Sofern man darunter verstehe, dass es "weder Schnellschüsse noch Überraschungen" gibt, sondern eng mit der Praxis abgestimmt nachhaltig das Ziel der schrittweisen Verbesserungen verfolgt werde, könne man dabei durchaus von einer Tierschutzoffensive sprechen. (Ralf Stephan, Chefredakteur Land & Forst)

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