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Österreich

Todesfall durch Kuh-Attacke: Prozess gegen Landwirt beginnt

Warnschild vor Weidevieh auf Alm
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Eva Eckinger, agrarheute
am
12.05.2017

Nach dem Tod einer Urlauberin 2014 in Österreich startet nun ein Zivilprozess gegen den Landwirt. Für die Landwirtschaft stehe viel auf dem Spiel, so der Bauernbund.

Am Dienstag begann am Landesgericht Innsbruck der Zivilprozess um eine Kuhattacke auf eine deutsche Urlauberin mit tödlichem Ausgang im Jahr 2014. Die Frau war damals mit ihrem Hund wandern, als plötzlich Kühe auf sie zuliefen und sie attackierten. Die Frau kam dabei zu Tode.

Nun ist eine Einigung vor Gericht vorerst gescheitert, die weitere Verhandlung wurde auf den 02. Oktober vertagt.

Touristin von Kühen getötet

Die 45-jährige Frau aus Rheinland-Pfalz war 2014 in einem eingezäunten Bereich mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere plötzlich auf sie zuliefen. Vermutlich wollten die Mutterkühe ihre Kälber vor dem Hund schützen. Die Frau wurde bei dem Vorfall tödlich verletzt.

Strafrechtlich hatte der Vorfall für den Landwirt keine Konsequenzen. Jedoch fordern die Hinterbliebenen nun 360.000 Euro Schadenersatz.

Landwirt stellte mehrere Warnschilder auf

Der Prozessverlauf wird vom österreichischen Landtagsabgeordneten und Bauernbund-Mitglied Martin Mayerl "mit Sorge" beobachtet, berichtet das Agrarische Informationszentrum.

Der Vorfall im Pinnistal sei ohne Zweifel eine menschliche Tragödie. Dass nun aber der Landwirt, der mit mehreren Warnschildern explizit auf die mögliche Gefahr aufmerksam gemacht hat, zum Schuldigen gemacht werden soll, ist für Mayerl nicht nachvollziehbar.

Dramatische Auswirkungen für die Landwirtschaft befürchtet

"Wenn diese Klage Erfolg hat, dann wird es die seit Jahrhunderten in Tirol praktizierte Form der freien Almbewirtschaftung in Zukunft nicht mehr geben. Das bisher übliche Nebeneinander von Wanderern und Tieren hätte dann ein Ende", so Mayerl weiter. Nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für den Tourismus wären die Auswirkungen dramatisch, betonte er.

Mittlerweile überall Hinweisschilder und Infofolder

Landwirtschaftskammer und Tourismusverbände hätten in den letzten Jahren massiv Bewusstseinsbildung betrieben, verweist Mayerl auf die mittlerweile überall anzutreffenden Hinweisschilder und aufgelegten Infofolder: "Ohne ein gewisses Maß an Eigenverantwortung wird es aber nicht gehen. Eine vollständige Abzäunung von Weideflächen ist in Almgebieten nicht möglich."

Mit Material von aiz

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