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Fahrlässigkeit

Tödliches Zugunglück mit Güllegespann: Urteil gegen Traktorfahrer

Zugunglück in Nordrhein-Westfalen
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Eva Eckinger, agrarheute
am
25.10.2016

Ein Traktorfahrer verursachte im Mai 2015 einen Zusammenprall zwischen seinem Gülle-Anhänger und einem Zug. Zwei Menschen starben. Nun fiel das Urteil.

Das Amtsgericht Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen hat am Montag einen 25 Jahre alten Traktorfahrer zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der junge Mann im Mai 2015 einen Zusammenprall zwischen seinem Gülle-Anhänger und einem Zug fahrlässig verursacht hatte, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Güllewagen auf Bahnübergang

Der damals 23-Jährige, der einem befreundeten Landwirt half, war mit dessen Traktor unterwegs, als sich der angehängte Güllewagen beim Überqueren eines Bahnübergangs plötzlich von der Zugmaschine löste. Die Kupplung sei laut FAZ "nicht ordnungsgemäß gesichert" gewesen. Es fehlte der Sicherheitsbolzen. Die Folge: Der Gülleanhänger blieb auf den Gleisen stehen.

Zusammenprall trotz Vollbremsung

Zugunglück in Nordrhein-Westfalen

Er habe zunächst vergeblich versucht, den Anhänger von den Gleisen zu zerren, so die FAZ. Doch die Bremsen blockierten. Als er den Zug heranrauschen sah, sei er der Bahn entgegengerannt, um den Lokführer zu warnen. Trotz Vollbremsung konnte ein Zusammenprall nicht mehr verhindert werden.

Neben dem Lokführer starb eine 18-jährige Zugreisende, 15 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Traktorfahrer fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässigen Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen.

"Der Angeklagte hätte das Unglück verhindern können, wenn er vor der Fahrt mit dem Traktor kontrolliert hätte, ob der Gülleanhänger sicher befestigt war", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Stefan Lechtape, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR).

Gülleanhänger nicht ordnungsgemäß befestigt

Allerdings stellte der Rechtsanwalt des jungen Mannes die Frage, ob er für den Unfall allein verantwortlich sei, so der WDR weiter. Er habe damals ja einer befreundeten Familie auf dem Betrieb geholfen. Sein Mandant sei zwar den Traktor gefahren, habe aber nicht geahnt, dass der Anhänger nicht ordnungsgemäß befestigt war.

Quelle: WDR, FAZ

Tödlicher Zusammenprall: Gülle-Gespann von Zug erfasst

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