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Umwelt

Trockenheit auf deutschen Feldern: Die Lage spitzt sich zu

© Mühlhausen/landpixel
von , am
08.06.2015

Insbesondere den mittel- und ostdeutschen Bauern macht die anhaltende Trockenheit Sorgen. In einigen Regionen werden Ernteeinbußen immer wahrscheinlicher. In Sachsen zeichne sich sogar eine Notreife des Getreides ab.

Der Frühling war vielerorts viel zu trocken. © landpixel
Die Ackerböden sind vielerorts viel zu trocken. Besonders die Mitte Deutschlands litt bereits im Frühjahr unter anhaltender Trockenheit. So kam in Hessen und Unterfranken mit örtlich weniger als 50 l/m² teilweise nicht einmal ein Drittel des Solls zustande, berichtet der Deutsche Wetterdienst DWD. Im Norden Sachsens gibt es ein Niederschlagsdefizit von 50 bis 60 Prozent. Dort spitzt sich die Lage zu. Wenn es nicht bald regne, dann müsse wegen Notreife geerntet werden, so der Andreas Jahnel vom sächsischen Bauernverband.

Ertragseinbußen in Brandenburg
 
Auch in Brandenburg zeichnet sich bereits seit Februar ein deutliches Niederschlagsdefizit ab. Im Mai regnete es gerade mal 18 Millimeter, was deutlich unter dem langjährigen Mittel von 55 Millimetern liegt, erklärt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland, Johannes Funke, gegenüber agrarheute.com. Die Rüben- und Maisbestände würden hinter dem sonst üblichen Vegetationsstand liegen, für die Gerste werde ein zwei Wochen früherer Erntezeitpunkt erwartet. Einzelne Landwirte rechnen laut Funke sogar mit Mindererträgen von bis zu 25 Prozent -  über alle Fruchtarten hinweg.

Prognose: Die nächste Hitzewelle kommt

Insbesondere im Südwesten haben die Gewitter am Wochenende Überschwemmungen und Hagelschäden verursacht. In der Region Stuttgart gingen teilweise innerhalb von zwei Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter Regen nieder.
 
Heute ist in Bayern und Baden Württemberg weiterhin mit Starkregen von bis zu 25 Liter pro Quadratmeter zu rechnen. Im Rest von Deutschland sind in der kommenden Woche nicht ausreichend Niederschläge zu erwarten. Im Süden und in Sachsen gibt es zwar heute und am Dienstag Regenschauer. Aber ab Mittwoch ist es wieder weitgehend trocken und sonnig.

Bilanz: Frühling 2014 zu trocken

In Deutschland blieb die Niederschlagsmenge im Frühling 2015 mit etwa 145 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um 22 Prozent unter dem Klimawert von 186 l/m².
Damit konnte der DWD bereits den sechsten zu trockenen Frühling in den letzten sieben Jahren zählen. Besonders die Mitte Deutschlands litt unter anhaltender Trockenheit. Völlig anders sah es sowohl im Norden als auch im Süden Deutschlands aus – dort fiel reichlich Regen. Heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel, Sturm und Tornados verursachten am 5. und 13. Mai vor allem in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern örtlich große Schäden.
 
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