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Politik EU

Trotz EU-Verbot: Englische Landwirte dürfen Neonicotinoide anwenden

© Walter Christ/aboutpixel
von , am
28.07.2015

Obwohl die EU mit Neonicotinoiden gebeiztes Saatgut verboten hat, dürfen Englands Farmer die Wirkstoffe vorübergehend einsetzen. Der britische Bauernverband fordert einen noch umfassenderen Einsatz der Mittel.

Dem britischen Bauernverband geht die Ausnahmeregelung für den Einsatz von Neonicotinoiden nicht weit genug. © ap/agrarpress
Wie der britische Bauernverband (NFU) am Mittwoch bekannt gab, dürfen englische Landwirte Raps mit Neonicotinoiden Beizen säen. Man handelt hier gegen das andauernde EU-Moratorium für die Rapsbeizung mit diesen umstrittenen Wirkstoffen.
 
Der Einsatz wird wegen des Befalls der Bestände mit dem Rapserdfloh erlaubt. Die Regelung betrifft eine Fläche von 30.000 Hektar.

Beschränkte Ausnahmeregelung

Die NFU teilte jedoch mit, dass die Ausnahmeregelung lediglich für 120 Tage gilt und auch nur fünf Prozent der gesamten Rapsfläche Englands betreffe. In diesem Fall dürfen die Wirkstoffe auf den am stärksten gefährdeten Flächen ausgebracht werden.
 
Das Landwirtschaftsministerium (DEFRA) in London nannte diese Maßnahmen "Notfallanwendungen". Zugelassen wurden die Produkte "Modesto" von Bayer und "Cruiser OSR" des Herstellers Syngenta.

Forderung: Den Einsatz von Neonicotinoiden ausweiten

Dem britischen Bauernverband gehen diese begrenzten Ausnahmen jedoch nicht weit genug. Es beträfe eine zu geringe Fläche in insgesamt lediglich vier Grafschaften (Suffolk, Cambridgeshire, Bedfordshire und Hertfordshire).
 
Man kritisierte, dass diese Regelungen nicht ausreichen würden, da der Rapserdfloh eine Bedrohung für die Rapskulturen im gesamten Land darstelle. Man fordere daher eine Ausweitung der Genehmigung von Neonicotinoiden.
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