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Politik international

Tschechien: Marian Jurecka wird Agrarminister

von , am
04.02.2014

Prag - Tschechien hat mit Marian Jurecka einen neuen Landwirtschaftsminister. Der 32-jährige Christdemokrat will sich vorrangig um die neuen EU-Agrarförderungsregeln kümmern.

Der neue tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurecka. © KDU-CSL
Das tschechische Landwirtschaftsministerium wird in Zukunft von Marian Jurecka geführt. Der 32-jährige Christdemokrat und studierte Fachmann für Pflanzenschutz wurde am Mittwoch zusammen mit 15 weiteren Mitgliedern vom neuen Regierungschef Bohuslav Sobotka ins Kabinett berufen und von Staatspräsident Milos Zeman vereidigt.
 
Jurecka, der von einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb stammt, war von 2010 bis 2013 Abteilungsleiter in einer Agrarhandels- und Dienstleistungsgesellschaft und zuvor Chef eines agrochemischen Vertriebszentrums.

Neubesetzung nach vorgezogenen Parlamentswahlen

Nach seinen Angaben werden die Umsetzung neuer EU-Agrarförderungsregeln im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und die Fertigstellung des nationalen Konzepts für die ländliche Entwicklung zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen. Außerdem will der neue Landwirtschaftsminister sich stärker gegen die Zweckentfremdung von Agrarland sowie für den Ausbau des Hochwasserschutzes einsetzen. Ferner wolle er die Position der heimischen Ernährungsindustrie stärken und als Minister an den "Einkaufspatriotismus" der Tschechen beim Kauf von Lebensmittel appellieren, sagte Jurecka.
 
Die Neubesetzung der Spitze im Landwirtschaftsministerium war nötig geworden, nachdem sich bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Tschechien vor drei Monaten neue Mehrheiten ergeben hatten und nun die Sozialdemokraten (CSSD), die Christdemokraten (KDU-CSL) und die Partei der Aktion unzufriedener Bürger (ANO) eine gemeinsame Regierungskoalition bilden.
 
Zum stellvertretenden Regierungschef und Finanzminister in der Regierung Sobotkas wurde mit Andrej Babis der Inhaber des führenden tschechischen Agrochemie- und Nahrungsmittelkonzerns Agrofert berufen, der zugleich Gründer der Partei ANO ist.
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