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Mastanlagen und Öko-Pioniere

TV-Tipp: Billigfleisch und Bio-Bauern - die Landwirtschaft in der DDR

Alte Landmaschinen bei der Kartoffelernte in der DDR
am Samstag, 17.09.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Eine Doku beschäftigt sich am Sonntag mit der DDR-Landwirtschaft. Was ist aus Mastanlagen, Billigfleisch, Gülle-Lagunen und den ersten Bio-Bauern geworden?

Am Sonntag, den 18. September, um 22.20 Uhr zeigt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in seiner Reihe „MDR-Zeitreise“ die Folge „Billigfleisch und Bio-Bauern – die unbekannten Seiten der DDR-Landwirtschaft“.

Wie wurde damals gewirtschaftet? Was ist heute aus den Flächen und Anlagen geworden?

Größte Mastanlage der Republik und Gülle-Lagunen

Dass man mit billigem Fleisch sogar Devisen machen kann, habe auch die DDR erkannt. Bei Neustadt an der Orla wurde die größte Mastanlage der Republik gebaut – mit Platz für bis zu 185.000 Tiere in doppelgeschossigen Käfigbatterien. Über die nahe A9 waren sie schnell in die Bundesrepublik verkauft.

Doch für das Billigfleisch des Westens zahlt die DDR einen hohen Preis, so der MDR: „Wälder im Umkreis sterben ab, weil aus den Ställen zu viel Ammoniak entweicht. Riesige Gülle-Lagunen verseuchen das Grundwasser. Und als sich Umweltgruppen bilden, tritt die Staatssicherheit auf den Plan.“

Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR

Bis heute sehe man laut den Machern der Doku vor allem aus der Luft einen gravierenden Unterschied zwischen Ost und West: Große zusammenhängende Felder prägen die Landwirtschaft in den fünf Ost-Bundesländern bis heute.

Sie sind Resultat der Kollektivierung in der DDR: Hecken, Feldwege, Tümpel, Bäume und sogar Hügel wurden beseitigt, um Schläge von 50 und mehr Hektar zu schaffen, die man mühelos mit mehreren Mähdreschern gleichzeitig befahren kann. 1960 galt die Kollektivierung offiziell als abgeschlossen.

Privater Ackerbau und Viehzucht florierten, erste Öko-Pioniere

Doch daneben florieren privater Ackerbau und Viehzucht. Und die DDR deckte ihren Bedarf an Honig oder Kaninchenfleisch zu nahezu 100 Prozent aus diesen „individuellen Hauswirtschaften“. In der stark chemisierten Landwirtschaft der DDR fanden sich auch erste Öko-Pioniere, oft unter dem Schutzdach der Kirche, so der MDR. Erst nach dem Mauerfall hätten diese Betriebe auf dem gesamtdeutschen Markt richtig durchstarten können.

Die Sendung geht am Sonntagabend nun auf Spurensuche:

  • Was ist aus den gigantischen Mastanlagen geworden, wie erleben die einstigen LPG-Bauern den fortwährenden Wandel der Landwirtschaft?
  • Welche Rolle spielen die kollektivierten Felder heute in Zeiten von Klimawandel und Trockenheit?
Mit Material von MDR

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