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Reportage zu Pflanzenschutzmitteln

TV-Tipp: Einseitige Betrachtung in „Der Pestizid-Poker“?

Ein Fendt Traktor beim Pflanzenschutz auf einem Acker
am Dienstag, 03.05.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Eine Schweizer Dokumentation beschäftigt sich am Mittwochabend mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie ihrer möglichen Gefahr für Mensch und Umwelt. Eine einseitige Betrachtung?

Am Mittwoch, den 04. Mai 2022 um 20.15 Uhr, zeigt der TV-Sender 3sat die Schweizer Dokumentation „Der Pestizid Poker“ in deutscher Erstausstrahlung. Der Film steht anschließend für 30 Tage in der 3sat-Mediathek.

Die Reportage geht den Fragen nach:

Das Problem: In der Vorankündigung des TV-Senders fehlt die landwirtschaftliche Ansicht zu diesem komplexen Thema!

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Grenzwerte überschritten

Bäuerliche Betriebe, Herstellerfirmen, Behörden, Handel oder Konsumenten: Wer ist verantwortlich für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln? Das Spielfeld des „Pestizid-Pokers“ tue sich gleich zu Beginn der Recherche auf, so 3sat.

Dass die Äpfel Gala und Golden Delicious rund 20-mal bis zur Ernte gespritzt werden, wisse jeder Obstbauer. Und ist ein Apfel nicht perfekt in Form und Farbe, verlieren die Erzeuger zwei Drittel des vereinbarten Preises. Die Folgen des Einsatzes für scheinbar perfekte Früchte lassen sich zum Beispiel im Thurgauer Eschelisbach messen: Die Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel seien dort seit Jahren überschritten, meinen die Macher der Doku.

Belastung für den Menschen durch Pflanzenschutzmittel

So klar die Daten für die Gewässerbelastung, so sehr tappe die Schweiz im Dunkeln, wenn es um die Belastung der Menschen gehe. Beim sogenannten "Human-Biomonitoring" hinke die Schweiz Deutschland und Österreich um über ein Jahrzehnt hinterher. 34 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe wurden erst 2019 und 2020 vom Markt genommen. Epidemiologische Studien zum Nervengift Chlorpyrifos hätten gezeigt, dass es den IQ von Kindern verringern könne, erklärt 3sat. Für Schlagzeilen wegen der Belastung des Trinkwassers sorgte das pilztötende Mittel Chlorothalonil, das von der EU als wahrscheinlich krebserregend eingestuft und darum verboten wurde.

Bei der Recherche zum Film erklärten zwei Chemiker, dass man schon in den 1980er- und 90er-Jahren um die Gefahr dieser Stoffe gewusst habe, so der TV-Sender. Die Spur führe die Autorin in die Archive der Schweizer Zulassungsbehörde, wo über tausend Bundesordner lagern.

Mit Material von Zweites Deutsches Fernsehen, 3sat

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