Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Post-landwirtschaftliche Revolution?

TV-Tipp: Können wir in Zukunft ohne Landwirtschaft leben?

Ein Maisfeld mit einem Silo im Hintergrund
am Freitag, 01.07.2022 - 05:00 (2 Kommentare)

Eine Wissenschafts-Doku geht am Samstag der Frage nach, ob die moderne Menschheit in Zukunft ohne die Landwirtschaft mit ihren Ställen und Äckern leben kann.

Am Samstag, den 02. Juli 2022 um 23.45 Uhr zeigt der TV-Sender arte im Rahmen der Wissens-Reihe "42 - Die Antwort auf fast alles“ die Reportage „Können wir ohne Landwirtschaft leben?“

Wer sie Sendung nicht im Fernsehen verfolgen kann, der findet den Beitrag auch bereits hier in der arte-Mediathek.

Landwirtschaft: Fluch und Segen für die Menschheit

Die Landwirtschaft sei Fluch und Segen zugleich, so die Macher der Dokumentation. Sie ernähre uns nicht nur, sie trage auch stark dazu bei, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Sowohl unsere Lebensweise als auch unser Planet haben sich durch die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen grundlegend verwandelt.

Mit zellbasierten Verfahren ließen sich immer mehr Agrarprodukte künstlich in Bioreaktoren herstellen – von Fleisch über Milchprodukte bis zu Kaffee. Sind sie eine echte Alternative zur Landwirtschaft?

Welt ohne Landwirtschaft ist undenkbar: Revolution nötig?

Fast alles, was wir essen, kommt heute aus Ackerbau und Viehzucht. Felder, Weiden und Ställe bedecken den größten Teil der Landfläche der Erde, so arte. Eine Welt ohne Landwirtschaft kann man sich kaum vorstellen. Doch vielleicht müsse man trotzdem nach Alternativen suchen.

Denn Landwirtschaft sei laut den Filmemachern „einer der größten Treiber für eine Multikrise. Eine Kombination von Artensterben, Klimawandel, Bodendegradation und wachsender Weltbevölkerung, die ohne revolutionäre Veränderungen der Landwirtschaft kaum zu stoppen ist.“

Zelluläre Landwirtschaft: Lebensmittel aus Bioreaktoren

Die Macher der Doku fragen sich: Könnte zelluläre Landwirtschaft ein Teil dieser Revolution werden? Lebensmittel, die nicht aus Pflanzen oder Tieren stammen, sondern aus großen biotechnologischen Anlagen?

Also Bioreaktoren, eine Art Hightech-Braukessel, in denen lebende Zellen sich unter optimalen Bedingungen rasant vermehren. Für Fleisch gehen diese Verfahren gerade in die großtechnische Anwendung, für Milchprodukte und Fisch steht das kurz bevor, so arte.

Pflanzliche Zellen: Essen aus dem Hightech-Braukessel

Noch größeres Potenzial würden Forscher laut dem TV-Sender bei pflanzlichen Zellen sehen. Diese ließen sich einfacher vermehren als tierische Zellen – und das könne prinzipiell jede Pflanzenart. Im Labormaßstab funktioniere schon die Produktion von Beerenmus, Kaffee oder sogar Holz.

Müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass unser Essen in Zukunft komplett aus Bioreaktoren kommt? So schnell wahrscheinlich nicht, denn die Technik ist teuer, kompliziert – und im Fall von Fleisch – energieaufwendig, meinen die Filmemacher. Für Produkte mit mieser Ökobilanz wie Avocados oder Kaffee könne es sich aber lohnen.

Sollte man der post-landwirtschaftlichen Revolution eine Chance geben, auch wenn dadurch nur ein Teil der Ställe und Äcker überflüssig wird?

Mit Material von arte, BR

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...