Login
Dorf und Familie

Überladewagen auf Raupen, Frittenöl im Futter und Blut in der Milch

Externer Autor
am
17.02.2012

Gibt es in Deutschland auch Raupenlaufwerke für Anhänger zu kaufen? Eignet sich Frittenfett als Schweinefutter? Und was tun, bei blutiger Milch?

Raupenlaufwerk beim Überladewagen oder am Güllefass?
 
Agrartechnike2012 fragt: "Sowohl bei der Getreide- und Maisernte, als auch bei der Gülleausbringung, haben wir zunehmend mehr Probleme mit dem Bodendruck (z.B. druch die Achslast beim HorschTitan34 mit einer Achse) und der beeinträchtigten Fahrdynamik. Der Lexion terra trac hat uns überzeugt, daher die Frage, ob es Überladewagen oder Güllefässer auch mit Raupenlaufwerk gibt. In der USA habe ich einige Prototypen gefunden, gibt es die auch in Deutschland?" CF und foko weisen jeweils auf Hersteller in den USA hin. CF schreibt: "Uberladenwagen im Kanada und den USA habe ich schon mit Bandlaufwerken gesehen!" und foko: "Die Firma Soucy Trac rüstet dir glaube ich alles auf Raupenlaufwerk um was du willst. In Europa gibt es meines wissens nach noch keinen Hersteller der Überladewagen ab Werk mit Raupenlaufwerken anbietet. aber in Amerika wirst du sicher fündig, da bieten schon viele Hersteller Raupenlaufwerke ab Werk an." Und Schlueter1600 berichtet: "ich war letztes Jahr bei Horsch in Tschechien, auf den Versuchsbetrieb. Da wurden die neuesten Maschinen vorgeführt, die dann erst auf der Agritechnika 2011 vorgestellt wurden. Unter anderem haben auch einen HorschTitan34 mit Raupenlaufwerk vorgestellt. Da musst du nur nachfragen. Was ich noch weis werden die nur umgerüstet kannst jeder zeit wieder Räder drauf machen." Und Jaydee meint noch: "Ist mir absolut unbegreiflich,wie Firmen wie Horsch z.B. diesen Ueberlader bauen koennen mit so kleiner Bereifung,bei dieser Groesse ist ein Raupenfahrwerk ein Muss,wenn man,wie in Europa so an die Aussenbreite gebunden ist. Da ist man in Nordamerika um Welten voraus.Raupenfahrwerke laufen viel stabiler und ruhiger im Feld,sind auch viel leichtzuegiger und was den Bodendruck angeht unschlagbar."

Verkauft und nicht abgeholt

Nurich wendet sich mit einem besonderen Problem an die Landlive-Gemeinde: "Ich habe letztes Jahr vor der Ernte ein gebrauchtes Getreidesilo verkauft. Bei der Besichtigung wurde der Preis ausgemacht, 20% angezahlt und das silo sollte innerhalb von 4 Wochen gehohlt werden.(Schrauben nahm der Käufer beim Besichtigungstermin mit). Durch den frühzeitigeren Erntebeginn, wurde dann geplant das das Silo erst im herbst geholt werden soll. Leider ist aber der Käufer, von dem ich leider nur eine Telefonnummer habe nicht mehr erreichbar. Am anfang erreichte ich einmal seine Frau welche mir einen Rückruf zusicherte, aber seit dem kein Kontakt mehr. Wie würdet ihr in einem solchen Falle vorgehen?" Echinacea83 schreibt: "Hier greift vermutlich die gesetzliche Verjährungsfrist und da ist dann ausschlaggebend, ob Ihr beide "privat" gehandelt hab oder als Geschäftsinhaber." Darauf meint Clusia: "Das hat mit Verjährung nichts zu tun. Der mündlich abgeschlossene Kaufvertrag ist zunächst für beide Seiten verbindlich. Hält eine Seite den Vertrag nicht ein, muss die andere Seite eine angemessene Frist setzen und dann ggf. den Rücktritt erklären. Rücktrittsfolge ist dann die Herausgabe der erhaltenen Leistungen (hier: Schrauben gegen Anzahlung). Das Problem besteht nun darin, wie eine Frist setzen und einen Rücktritt erklären, wenn die andere Seite "auf Tauchstation" geht. Da kann ich als juristische Laie auch nicht raten. Welche Frist angemessen ist, richtet sich nach dem Vertragsgegenstand. Einem säumigen Handwerker, der im Winter die Heizung nicht repariert, kann eine deutlich kürzere Frist gesetzt werden als einem säumigen Bauherren. Im konkreten Fall hat der Verkäufer einen Schaden, weil der verkaufte Gegenstand nicht mehr genutzt werden kann und somit totes Kapital darstellt. Vielleicht geht er auch noch im Weg um, muss aufwändig gelagert werden (um Schäden zu vermeiden), verliert durch die Lagerung an Wert ... Diese Umstände müssen berücksichtigt werden."

Kuh gibt Blut

Steffi87 hat folgendes Problem: "Wir haben seit ner guten Woche nen komischen Fall. Plötzlich gab die Kuh unterm Melken rosa Milch. Klingt ja noch normal, weil evtl Äderchen geplatzt oder so. Gut, Milch in die Kanne und fertig. Am nächsten Tag dann der Schreck: Ein riesiges Euter kam in den Melkstand geschwungen und aus 3 Vierteln kam pures Blut. Tierarzt spritzte dann nen Blutstiller und gab uns ne kühlende Salbe. Wir meinten, dass es besser wurde, aber 2 Tage darauf wieder aus gottseidank nur noch einem Viertel pures Blut. Das geht jetzt schon wieder seit 3 Tagen. Gestern wars schon richtig schwarz. Ich bin ja der Meinung, dass das nicht nur ein "Äderchen" sein kann... Hatte das schonmal jemand?" Paula meint dazu: "Da hilft wohl nur abwarten. Wir geben da Sangostyptal ist ein homöopathisches Medikament zur Blutstillung."  Und Viehdokter schreibt: "das "freie" Blut stammt evtl. von einer Stoß- oder Schlagverletzung. Die Verfärbung durch den Bluterguß. Du weißt sicherlich selbst, wie weh so was tut und wie lange der Körper braucht, um den Bluterguß wieder abzubauen. Gibt es neue Tiere in der Herde, die die Rangfolge durch einander gebracht haben oder ist die Kuh im Stall ausgerutscht, weil es sauglatt war ? Die kühlende Salbe hilft den Schmerz zu lindern." 

Frittenöl als Staubbinder in Schweinefutter

2011 startet dieses Thema und setzt damit eine kontroverse Diskussion in Gang: "Setzt von euch jemand altes Frittenöl z.B. aus Großküchen oder Kantinen ... als Staubbinder ( etwa 0,5 % bis 1 %) im Schweinemastfutter ( Eigenmischung mit Getreide und Soja) ein? Sojaöl oder Rapsöl ist ja preislich nicht ohne! Welches Öl setzten die Pommesbuden bzw. Kantienen ein ? (Rapsöl, Sojaöl oder andere Fette?) Darf mann es überhaupt einsetzen? Braucht mann spezielle Genehmigungen von Veterinäramt oder sonstigen Behörden? Ist es auch in QS Betrieben erlaubt? Wielange kann mann das Öl lagern ohne das es verdirbt? Wie lange hält sich das fertig gemischte Futter ungefähr?" Kolberg2207 warnt: "Mit gebrauchtem Frittenöl würde ich an deiner Stelle sehr Vorsichtig sein, da es durch das dauerhafte Erhitzen "vieleicht sogar zu stark?" Verbrennungsrückstände entahlten sein können. Das Thema Dioxin wurde doch letztes Jahr ausreichend diskutiert!" Und kirrung schreibt: "Würdest Du Dir altes Frittenfett über Deine Mahlzeit streuen? So, wie Du Deine Tiere behandelst und vor allem auch fütterst, so wird die Qualität Deines Produktes ausfallen.... Wenn Du alten Dreck fütterst, schadest Du Deinen Tieren und schlussendlich Dir selbst, denn es kommt alles irgend wann zurück....! Gib ihnen deshalb das Beste, was Du zu bieten hast!" Dem entgegnet 2011: "Jetzt mal langsam! In dem Frittenöl werden bis zur Abgabe noch Pommes für den Menschlichen verzehr gebraten! Wieso soll das plötzlich das allerletzte sein ? Die Temperatur während des gebrauchs ist in Großküchen über Temperaturschreiber bzw Programme überwacht und aufgezeichnet, denn falls die Temperatur zu hoch ist müssen die die Pommes auch wegschmeißen, und deshalb werden die auch bestrebt sein dies einzuhalten! Das Öl wäre keine 3 Stunden in gebrauch und könnte Frisch abgeholt werden , ( bei der Großküche fallen mehrere hundert Liter täglich an!) Deshalb war auch meine Frage, wielange es haltbar wäre, denn ich möchte nicht öffter als 1 Mal pro Woche fahren! Das Öl landet zur Zeit in Fertigfutter, die werden es nicht wöchentlich frisch holen! Und die letzten Pommes die evtl. 3 Std vor der abholung gebacken werden esse ich auch noch gerne auf meinen Teller."
Diskutieren sie mit:          http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/39715/page/1/

Neues aus Agrarsanis Landwirtschafts-Blog

Besuch des Milchviehbetriebs Meerwarth
 
In der vergangenen Woche waren wir in Baden-Württemberg unterwegs. Verabredet sind wir vormittags in Oberderdingen im Landkreis Karlsruhe mit Andrea Meerwarth. Die 25-jährige stand bereits im vergangenen Jahr im Rampenlicht, denn ihr Foto ziert das Kalenderblatt Oktober des AGRARTECHNIK-Kalenders 2012. Heute besuchen wir sie zuhause. Zusammen mit Ihrer Familie bewirtschaftet sie einen Milchviehbetrieb zudem auch eine Biogasanlage und rund 120 Hektar Ackerflächen gehören. Die Agrarbetriebswirtin nimmt uns mit auf einen Rundgang über den Hof und zeigt uns, wie in den letzten Jahren beispielsweise in einen neuen Milchviehstall mit Melkrobotern investiert wurde. Das Interview mit Andrea Meerwarth und auch das Video zum Kalendershooting findet ihr in der agrarheute Mediathek.
der ganze Blogartikel hier:            http://agrarheute.landlive.de/blogs/entries/5060/
 

weitere interessante Themen der letzten Woche

Die deutsche Solarstromförderung in der Sackgasse
http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/39777/page/1/

Grünlandnachweidung durch Wanderschäfer
Auch interessant