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Unfälle und Sicherheit

UK: Die meisten tödlichen Unfälle passieren in der Landwirtschaft

Traktor Feld
am Donnerstag, 25.07.2019 - 16:00 (Jetzt kommentieren)

In der Landwirtschaft im Vereinigten Königreich sterben mehr Menschen durch Unfälle als in jedem anderen Wirtschaftszweig.

Das zeigen die in der vorigen Woche veröffentlichten Daten des Health and Safety Executive (HSE) über tödliche Verletzungen in der Land- und Forstwirtschaft.

Danach sind in Großbritannien im vergangenen Jahr 39 Menschen auf Farmen durch Unfälle getötet worden. Von den Getöteten waren 32 Landarbeiter und sieben Angehörige der Öffentlichkeit, darunter zwei Kinder. Die tödliche Verletzungsrate ist damit rund 18-mal so hoch wie im Durchschnitt aller übrigen Branchen.

Die Daten zeigen, dass in der Bauindustrie zwar sieben Mal mehr Arbeitnehmer als in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft beschäftigt sind. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Arbeitsunfall zu sterben, ist in der Landwirtschaft jedoch sieben Mal höher als auf einer Baustelle.

Unfälle durch Fahrzeuge und Tiere

Frau auf Feld

Die HSE-Statistiken zeigen zudem, dass über ein Drittel (36%) aller in dem Bericht erfassten Todesfälle in der Landwirtschaft auf fahrende Fahrzeuge zurückzuführen sind. Knapp ein Viertel  (23 %) der tödlichen Unfälle ereigneten sind mit Tieren und bei Stürzen kamen 18 Prozent der Menschen zu Tode. Ein Viertel der Getöteten waren älter als 56 Jahre und zwei der Todesfälle waren Kinder.

Andrew Turner, Leiter des HSE-Bereichs Landwirtschaft, Gesundheit und Sicherheit, sagte: „Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft. Aber jedes Jahr müssen wir berichten, dass die Landwirtschaft die schlechteste Sicherheitsbilanz aller Beschäftigungen in Großbritannien aufweist. Trotz des verbesserten Bewusstseins für das Thema hat die Landwirtschaft nach wie vor die höchste Rate an tödlichen Verletzungen aller wichtigen Wirtschaftszweige.

Die Farm Society Foundation, eine führende Wohltätigkeitsorganisation für die Sicherheit von Farmen, fordert die in der Landwirtschaft Tätigen auf, angesichts der zunehmenden Zahl von Landwirten und Landarbeitern, die bei der Arbeit getötet wurden, möglich rasch Änderungen an den Sicherheitsstandards vorzunehmen.

Hoffnung auf die nächste Generation

Stephanie Berkeley, die die Farm Safety Foundation leitet, sagte: „Die Landwirtschaft ist für die britische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung - sie ist das Fundament unserer Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Auf einem Bauernhof sind die Menschen wie in jedem Unternehmen die wichtigste Ressource. Warum also widmen die Landwirte ihren Tieren, Ernten und Maschinen immer noch mehr Aufmerksamkeit als sich selbst und ihrem eigenen Wohlbefinden?"

Lindsay Sinclair, Chef von NFU Mutual, die die Farm Safety Foundation gründete, sagte: „Laut unserer kürzlich durchgeführten Farmer-Umfrage unter 1.800 Landwirten in Großbritannien war das Bewusstsein für die Sicherheit von Farmen nie höher. "Die Farm Safety Foundation hat landesweit bereits über 8.500 Junglandwirte ausgebildet. Es ist gut zu sehen, dass die nächste Generation von Landwirten sich auf eine praktische Art und Weise aktiver engagiert, um eine bessere Einstellung zur landwirtschaftlichen Sicherheit zu erreichen.“

Eine „Kultur“ zu ändern zu ändern, braucht offenbar Zeit und Engagement. Stephanie Berkeley fügte hinzu: „Viele Landwirte setzen Technologie ein, erlernen unternehmerische Fähigkeiten und ergreifen innovative Maßnahmen, um ihre landwirtschaftlichen Betriebe sicher, belastbar und nachhaltig zu machen. Sie müssen jedoch auch erkennen, dass sie selbst das größte Kapital der Landwirtschaft sind.

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