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Wirtschaft

Ukraine: Schlechter Start ins Getreideexportjahr

aiz
am
08.08.2011

Kiew - Die ukrainischen Getreideexporte haben sich im ersten Monat des Wirtschaftsjahres 2011/12 nur schwach entwickelt. Seit 1. Juli erhebt das Land Ausfuhrzölle - sie werden mit als Ursache gesehen.

Laut der zuständigen Agrar-Konföderation (UAK) beliefen sich diese im Juli nämlich nur auf etwa 380.000 Tonnen. Hohe Ausfuhrzölle und Anlässe im Fiskus werden als Hauptursachen genannt. Gleichzeitig hat die Ukraine den Vereinten Nationen die Einrichtung eines Weltgetreide-Reservefonds angeboten. Die Reserve von zehn bis zwölf Millionen Tonnen Getreide soll zur Marktstabilisierung und Ernährungssicherheit beitragen.

Juli: Exporte lassen zu wünschen übrig

 Lediglich 160.000 Tonnen Weizen, 170.000 Tonnen Gerste und 40.000 Tonnen Körnermais wurden unter anderem geliefert.
 
UAK-Generaldirektor Sergej Stojanow führte den kläglichen Verlauf der Exporte vor allem auf das Inkrafttreten von Ausfuhrzöllen auf Getreide zum 1. Juli sowie auf weitere Ursachen fiskalischen Charakters zurück. Dadurch werde die ohnehin niedrigere Wettbewerbsfähigkeit ukrainischen Getreides gegenüber der russischen Ware noch zusätzlich beeinträchtigt.
 
Landwirtschaftsminister rechnet mit gutem Exportjahr
 
Landwirtschaftsminister Nikolai Prisjashnjuk vertritt jedoch die Auffassung, seinem Land steht noch ein erfolgreiches Getreideexportjahr bevor. Er hofft nämlich darauf, dass die Ukraine 2011/12 der bedeutendste Anbieter von Gerste am Weltmarkt wird, aber auch der zweit- oder drittgrößte Exporteur von Körnermais, erklärte Prisjashnjuk gestern.
 
Dabei bezifferte er die zu erwartende Körnermaisernte mit 17 Millionen Tonnen, während sich die vom nationalen Meteorologischen Dienst am gleichen Tag veröffentlichte Prognose auf lediglich 15 Millionen Tonnen belief; im vergangenen Jahr wurden in der Ukraine laut offizieller Statistik rund 11,9 Millionen Tonnen Körnermais geerntet.

Weltgetreide-Reservefonds angeboten

Wegen der weltweit beutenden Rolle der Ukraine als Getreideproduzent möchte Prisjashnjuk einen Weltgetreide-Reservefonds einrichten. "Wir haben der UN einen Antrag vorgelegt, in dem wir die Schaffung der Reserve auf ukrainischem Gebiet vorschlagen", so der Minister. Der Fonds würde bei den Weltgetreidepreisen für Stabilität sorgen sowie als Garantie für die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung dienen.
 
Ukrainischen Quellen zufolge wird geschätzt, dass das Land etwa ein Viertel der gesamten agrarischen Erzeugnisse der ehemaligen UdSSR produziert.

2011: Voraussichtlich ein gutes Jahr

Das Jahr 2011 verspricht ein Gutes zu werden, denn derzeit liegt die Getreideernte des Landes 35,6 Prozent über der Menge von August 2010. Insgesamt wird mit einer Ernte von mehr als 40 Millionen Tonnen gerechnet. Experten glauben, dass die durchschnittliche Jahresgetreideproduktion der Ukraine mindestens 33 bis 35 Millionen Tonnen beträgt, was eine erhebliche Menge für den Export verbleiben lässt, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass der Inlandsverbrauch bei einer Marke von 25 bis 26 Millionen Tonnen liegt.
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