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Ärztemangel

Umfrage: Die Ärzteversorgung wird schlechter auf dem Land

Ärztin mit Spritze bei einem älteren Patienten
am Donnerstag, 25.03.2021 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Jeder zweite Landbewohner findet, dass sich die Ärzteversorgung auf dem Land verschlechtert hat. Das zeigen unsere Umfrageergebnisse.

Dass im ländlichen Raum zunehmend mehr Ärzte fehlen, ist kein Geheimnis. Den Ärztemangel bekommen vor allem Menschen in strukurschwachen Regionen zu spüren. Bundesweit blieben 2019 rund 3.300 Niederlassungen für Hausärzte unbesetzt, bei Fachärzten waren es gut 1.900, so die Zahlen der kassenärztlichen Bundesvereinigung. Im Saarland und in Sachsen-Anhalt blieb mehr als jeder 10. Arztsitz unbesetzt. Und die Lage spitzt sich weiter zu. Denn viele Landärzte stehen kurz vor der Rente.

Deshalb haben wir unsere Leser gefragt, wie zufrieden Sie mit der Ärzteversorgung auf dem Land sind.

Hausarzt-Versorgung hat sich verschlechtert

Laut den Ergebnissen der agri-EXPERTS-Umfrage gab knapp die Hälfte der Befragen an, dass sich die Hausarztversorgung auf dem Land in den letzten 10 Jahren verschlechtert hat. Immerhin 10 Prozent gaben ab, dass sich die Hausarztversorgung verbessert hat.

  • 44 Prozent der Umfrageteilnehmer erreichen ihren Hausarzt in unter 5 Kilometern Anfahrt.
  • Bei 39 Prozent liegt die Hausarztpraxis bis zu 10 Kilometer entfernt.
  • 14 Prozent müssen über 10 und bis zu 25 Kilometer zurücklegen, um zum Hausarzt zu gehen.

42 Prozent der Befragen würden öfter zu Vorsorgeuntersuchungen geben, wenn die Hausarztpraxis näher wäre.

Facharztversorgung: 50 Prozent unzufrieden

Was die Facharztversorgung angeht, sind mehr als die Hälfte unzufrieden oder sehr unzufrieden. Dabei ist die Landbevölkerung im Süden ist etwas zufriedener mit der Facharztversorgung als der Rest von Deutschland.

  • Laut rund 38 Prozent der Befragen gibt es zu wenig Augenärzte.
  • Ein Drittel beklagt einen Mangel an Orthopäden und HNO-Ärzten.
  • 22 Prozent vermissen vor allem Kinder- und Jugendärzte.
  • Auch Dermatologen sind bei rund 20 Prozent der Teilnehmer rar.

Nichtsdestotrotz konnte die Mehrheit der Befragten (70 Prozent) trotz eines Ärztemangels ausreichend gesundheitlich versorgt werden. 20 Prozent gaben jedoch an, gesundheitliche Einschränkungen durch den Versorgungsengpass festzustellen.

Mehrheit befürwortet Landarztquote

Um mehr Ärzte für die Niederlassung im ländlichen Raum zu gewinnen, führen immer mehr Bundesländer eine sogenannte Landarztquote ein. Es werden damit eine gewisse Anzahl an Studienplätzen nur unter der Bedingung vergeben, eine bestimmte Zeit als Arzt in einer medizinisch unterversorgen Region zu arbeiten.

Diese Initiative befürworten 87 Prozent der Befragten. Allerdings glauben 48 Prozent, dass eine Landarztquote nicht ausreichend ist, um den Ärztemangel zu bekämpfen. 11 Prozent erwarten dadurch keine Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf dem Land.

Für Corona nicht gut aufgestellt

In der Umfrage im Januar 2021 haben wir gefragt, ob die Teilnehmer denken, dass die ärztliche Versorgung auf dem Land ausreichend gut aufgestellt ist im Hinblick auf die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Nur ein Drittel antwortete mit „Ja“. Die Hälfte hält die Ärzteversorgung als nicht ausreichend für die Pandemiebekämpfung.  

Mit Material von agri EXPERTS

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