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Umwelt

Umfrage-Ergebnis: 60 Prozent wollen Wolf schützen

von , am
08.05.2015

Der Wolf in Deutschland hat viele Freunde. Laut dem Ergebnis der agrarheute-Umfrage will die Mehrheit den Schutzstatus des Wildtiers beibehalten. Nur 18 Prozent wollen das Jagdrecht.

Angst vorm Wolf und seiner ungehinderten Ausbreitung haben die Wenigsten – zumindest laut dem Ergebnis der aktuellen agrarheute-Umfrage. Mit 1.240 Klicks stimmen 61 Prozent der Umfrageteilnehmer dafür den Schutzstatus des Wolfs uneingeschränkt beizubehalten.
 
33,4 Prozent sind der Überzeugung, dass die Wolfspopulationen in Zukunft durch Bejagung klein gehalten werden sollen. Davon sind 15,4 der Meinung, dass dies gezielt durch Experten erfolgen soll.
 
Immerhin 18,3 Prozent wollen den Wolf zur Bejagung freigeben. Nur knapp 5 Prozent stimmten für einen Abschuss von verhaltensauffälligen Tieren. Insgesamt nahmen über 2.000 Menschen an der Umfrage teil.
 

8.000 Wölfe in 10 Jahren?

Experten zufolge gibt es derzeit in Deutschland 32 Wolfsrudel mit mehr als 300 Tieren sowie zahlreiche Einzelgänger. Laut Bundesjagdverband wird mit einem Zuwachs von jährlich 30 bis 40 Prozent gerechnet. "Man kann davon ausgehen, dass wir in zehn Jahren zwischen 6.000 und 8.000 Wölfe haben", so die bundesweite Schätzung der IG Sichere Weidewirtschaft. Mit der einhergehenden Verknappung der Wolfsnahrung werde der Druck auf die Weidetiere steigen, so die Befürchtung der Nutztierhalter. Präventionsmaßnahmen nützten jetzt schon wenig. In Sachsen erfolgten, so die Aussage, zwei Drittel der Wolfsrisse bei vorschriftsmäßig geschützten Tieren.

Wie gefährlich ist der Wolf wirklich?

Zur realistischen Einschätzung des Gefährdungspotenzials, das von Wölfen gegenüber Menschen ausgeht, wurde im Jahr 2002 im Auftrag des Norwegischen Institutes für Naturforschung (NINA) eine Studie erstellt, in die umfassende Literatur und das Wissen über Wolfsangriffe aus Europa, Asien und Nordamerika aus den letzten Jahrhunderten eingeflossen sind (The fear of wolves: A review of wolf attacks on humans).
 
Resümee der NINA-Studie:
  • Von gesunden Wölfen geht in der Regel keine Gefahr aus, sie reagieren auf Menschen mit äußerster Vorsicht und nicht aggressiv.
  • Menschen gehören nicht zur normalen Beute von Wölfen.
  • Das Risiko in Europa von einem Wolf angegriffen zu werden ist sehr gering.
  • Angriffe von Wölfen auf Menschen sind grundsätzlich ungewöhnlich und treten nicht spontan auf.
  • In den extrem seltenen Fällen, in denen Wölfe Menschen getötet haben, waren die meisten Angriffe auf Tollwut oder Habituierung (Gewöhnung) zurückzuführen.

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

Wolf
Am 7. Januar 2015 begegnete einem Förster in der Nähe von Munster (Niedersachsen) ein achtköpfiges Wolfsrudel. Glücklicherweise hatte er seine Kamera dabei. © R. de Mol
Wolf
Im Juli 2014 konnte mit einer Fotofalle diese Aufnahme eines Wolfspaares im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) gemacht werden. © Landesjägerschaft Niedersachsen / Olaf Kuball
Wolf
Bei diesem Fallen-Schnappschuss handelt es sich um einen Wolf aus dem Nieskyer Rudel. Es bewohnt das Gebiet im Landkreis Niesky in der Oberlausitz (Sachsen). 2014 sollen mindestens 4 Welpen geboren worden sein. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
Im Juli 2014 wurden zwei Jährlinge des Nochtener Rudels abgelichtet. Das Rudel lebt vorwiegend im Tagebaugebiet Reichwalde in der Oberlausitz. Bei sogenannten Jährlingen handelt es sich um einjährige Jungtiere. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
Einsamer Wolf? Eher nicht - dieser Grauhund stammt vom dem Nochtener Rudel aus der Oberlausitz. Er tappt Ende November 2014 in die Fotofalle. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
7. März 2016: Im nördlichen Landkreis Starnberg ist letzte Woche am Montag ein Wolf fotografiert worden. Die Aufnahme stammt von einer routinemäßigen Kontrolle der automatischen Kamera. Das Tier weist dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es eindeutig von einem Hund unterscheiden. Das Landesamt für Umwelt soll aktuell die Aufnahme auswerten. © BLU
Wolf
Anfang Mai 2016 fotografierte ein Autofahrer diesen Wolf. Es ist der erste Bildnachweis aus Baden-Württemberg. Der Grauhund wanderte auf der Baarhochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alp. © privat/FVA
Wolf
April 2016: Bei der Kontrolle einer Wildtier-Kamera im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen) wurde dieses Foto entdeckt. Die Aufnahme vom 17. April zeigt eindeutig einen Wolf: das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf. © NPVBW
Wolf
Juli 2016: Im Raum Göhrde, Landkreis Lüchow-Dannenberg, konnte das neunte Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seit dem Jahr 2015 war dort ein territoriales Paar bestätigt, nun gelang mittels Fotos der Nachweis von mindestens sechs Wolfswelpen. © Gerhard Stark/LJN
Wolfswelpen
September 2016: In der Ueckermünder Heide tappten diese drei Wolfswelpen in die Fotofalle. © Bundesforstbetrieb BImA/Jüttner
4 Wolfswelpen
August 2016: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide nahm eine Fotofalle diesen Schnappschuss mit 4 Welpen auf. © BFB/Trave/BImA/N. Stier
Wolf mit Waschbär
Dezember 2016: Ein Spaziergänger fotografierte diesen Wolf mit Waschbär-Beute im Maul am Waldrand von Afferde bei Hameln. © Thomas Fietzek
Wölfe
Januar 2017: In der Kalißer Heide tappten diese fünf Wölfe in eine Fotofalle. Die Aufnahme bestätigt nun offiziell die Existenz eines weiteren Wolfsrudels in Mecklenburg-Vorpommern. © Forstamt Kaliß
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