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Politik national

Umfrage: Grünes Licht für Niedersachsens Agrarressort?

© cirquedesprit/Fotolia
von , am
25.01.2013

Niedersachsens Agrarressort wechselt voraussichtlich in grüne Hände. Ein Richtungswechsel in der Agrarpolitik des Landes ist zu erwarten. Was die Landwirte davon halten, soll die neue agrarheute-Umfrage aufzeigen.

Friedrich Ostendorff, Bündnis 90/Die Grünen. © Bündnis 90/Die Grünen
Die grüne Partei geht nach eigenen Aussagen von einer Übernahme des Landwirtschaftsressorts aus. Mit Landwirtschafts- und Ernährungspolitik als Kernfelder gingen die Grünen in den Landtagswahlkampf. Und kürzlich zeigte eine Umfrage, dass Wähler (infratest dimap) den Grünen eine größere Kompetenz in Sachen Landwirtschaftspolitik zutrauen als den Konservativen. Das Ergebnis der infratest-Umfrage spiegelt aller Wahrscheinlichkeit nach die Verbraucherseite wieder, die Kompetenz in der Agrarpolitik mit Ökologisierung der Landwirtschaft verbinden. Wie das Meinungsbild der Landwirte zu dem Wechsel im niedersächsischen Agrarressort aussieht, das soll die aktuelle Agrarheute-Umfrage zeigen.
 
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Contra: Grüne Ideologen, die Arbeitsplätze auf's Spiel setzen

Der ehemalige Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen (CDU) bezeichnet einen Wechsel zu Grün als "Katastrophe". Die Ansätze der neuen Regierung seien verbrauchergesteuert und verkennten die Realitäten in Niedersachsen, so Ehlen gegenüber agrarheute. "Von der Landwirtschaft hängt in Niedersachsen viel ab. Sie ist der zweit wichtigste Wirtschaftsfaktor im Land. Da ist kein Raum für grüne Ideologen", erklärt FDP-Generalsekretär Gero Hocker. Hocker appelliert an Rot-Grün, in Tierschutzfragen auf den Dialog mit den Landwirten zu setzen. Bessere Tierschutzregeln seien nichts mehr wert, wenn die Betriebe ins Ausland abwandern. Dann gingen nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern auf unseren Tellern lande letztlich das Fleisch von Tieren aus Regionen mit wesentlich schlechteren Tierschutzregelungen, so Hocker.
 
Auch auf dem Onlineportal landlive.de wird seit Tagen rege diskutiert. Der User caMi argumentiert: "Es wird in Niedersachsen einen enormen Strukturwandel geben hin zu größeren Betrieben, viel schneller noch als bisher." Der Wechsel fördere seiner Meinung nach allein liquide und wirtschaftliche Großbetriebe. "Die Dinge, die im grünen Programm stehen werden sich nämlich nur die leisten können, die genug Einheiten (ha, Kühe, Schweine ...) aufweisen können."
 

Pro: Die Grünen verkleinern die Kluft zwischen Landwirt und Verbraucher

Allgemein wird nach dem Regierungswechsel erwartet, dass der Tierschutz in der Massentierhaltung künftig stärker berücksichtigt wird. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) hofft, dass eine rot-grüne Landesregierung deutliche Veränderungen herbeiführt. So soll laut AbL die neue Regierung klar auf das Ziel ausgerichtet sein: "Bauernhöfe statt Agrarfabriken". Den Regierungswechsel führt sie unter anderem auf die massive gesellschaftliche Unzufriedenheit mit der zunehmenden Agrarindustrialisierung zurück. Der Verband erwartet nach eigenen Worten eine Agrarpolitik, "vor der die Nachbarn, Bürger und die Gesellschaft keine Angst mehr haben müssen, sondern über die sie sich freuen". Der Naturschutzverband Nabu fordert einen Ausbaustopp für die Massentierhaltung in Niedersachsen.
 
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