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Umwelt

Umfrage: Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

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Katharina Krenn, agrarheute
am
30.04.2015

Je stärker der Wolf sich in Deutschland ausbreitet, desto lauter werden die Debatten um den Umgang mit dem Räuber. Soll der Wolf ins Jagdrecht oder unter Naturschutz bleiben. Nehmen Sie an der Umfrage teil...

Kein Tier sorgt derzeit für so viel Aufmerksamkeit wie der Wolf. Die Gegner und auch betroffene Nutztierhalter betrachten seine zunehmende Ausbreitung in Deutschland als problematisch. Die einen fordern eine Lockerung des Schutzstatus, Andere seine Bejagung. Dagegen sind Befürworter der Meinung, dass der Räuber hier heimisch werden sollte und wichtige ökologische Funktionen erfüllt. Fakt ist, dass sich Wolf und Mensch immer öfter über den Weg laufen. Die Politik steht nun vor dringenden Frage, wie mit dem Wildtier in Zukunft umgegangen werden soll.
 
Wie sehen Sie das? Abschuss oder Naturschutz? Nehmen Sie an unserer aktuellen Umfrage in der rechten Spalte teil...

8.000 Wölfe in 10 Jahren?

Experten zufolge gibt es derzeit in Deutschland 32 Wolfsrudel mit mehr als 300 Tieren sowie zahlreiche Einzelgänger. Laut Bundesjagdverband wird mit einem Zuwachs von jährlich 30 bis 40 Prozent gerechnet. "Man kann davon ausgehen, dass wir in zehn Jahren zwischen 6.000 und 8.000 Wölfe haben", so die bundesweite Schätzung der IG Sichere Weidewirtschaft. Mit der einhergehenden Verknappung der Wolfsnahrung werde der Druck auf die Weidetiere steigen, so die Befürchtung der Nutztierhalter. Präventionsmaßnahmen nützten jetzt schon wenig. In Sachsen erfolgten, so die Aussage, zwei Drittel der Wolfsrisse bei vorschriftsmäßig geschützten Tieren.

Agrarminister Backhaus warnt vor Abschuss

Nach Ansicht von Agrarminister Till Backhaus sollte Deutschland im Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation sich stärker an den Erfahrungen skandinavischer Nachbarländer orientieren.
 
Dazu werde Mecklenburg-Vorpommern eine Konferenz der Ostsee-Anrainer anschieben, um etwa die Schweden einzubeziehen, sagte Backhaus gestern beim Landesjägertag in Linstow. Wie Backhaus erklärte, gab es in den vergangenen 50 Jahren in Europa neun Angriffe von Wölfen gegen Menschen. Davon hätten fünf Wölfe Tollwut gehabt. Die anderen vier Fälle seien in der Nähe einer großen Hühnerfarm in Spanien passiert. Dort seien Wölfe vorher mit toten Hühnern gefüttert worden. Naturschützer betonen immer wieder, dass Wölfe natürliche Scheu vor Menschen hätten, aber nicht angefüttert werden dürfen.

Studie beleuchtet Gefahrenpotential

Zur realistischen Einschätzung des Gefährdungspotenzials, das von Wölfen gegenüber Menschen ausgeht, wurde im Jahr 2002 im Auftrag des Norwegischen Institutes für Naturforschung (NINA) eine Studie erstellt, in die umfassende Literatur und das Wissen über Wolfsangriffe aus Europa, Asien und Nordamerika aus den letzten Jahrhunderten eingeflossen sind (The fear of wolves: A review of wolf attacks on humans).
 
Resümee der NINA-Studie:
  • Von gesunden Wölfen geht in der Regel keine Gefahr aus, sie reagieren auf Menschen mit äußerster Vorsicht und nicht aggressiv. Menschen gehören nicht zur normalen Beute von Wölfen.
  • Das Risiko in Europa von einem Wolf angegriffen zu werden ist sehr gering.
  • Angriffe von Wölfen auf Menschen sind grundsätzlich ungewöhnlich und treten nicht spontan auf.
  • In den extrem seltenen Fällen, in denen Wölfe Menschen getötet haben, waren die meisten Angriffe auf Tollwut oder Habituierung (Gewöhnung) zurückzuführen.
 

Achtköpfiges Wolfsrudel im Heidekreis gefilmt

 

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

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