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Politik EU

Umfrage: Mehrheit der EU-Bürger begrüßt GAP-Reform

von , am
04.10.2011

Brüssel - In der EU-Bevölkerung ist eine knappe Mehrheit für die Reformabsichten zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Das geht aus einer Eurobarometer-Umfrage der EU-Kommission hervor.

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Das Europäische Parlament hat das Verhandlungstempo zur Agrarreform deutlich vermindert. © fotolia
Demnach sprechen sich 47 Prozent der Europäer für eine Obergrenze der Direktzahlungen in Großbetrieben aus, 28 Prozent sind dagegen. Ebenfalls nur eine einfache Mehrheit von 44 Prozent der Befragten begrüßt verpflichtende Umweltmaßnahmen auf allen landwirtschaftlichen Flächen. Ein Drittel möchte dagegen besondere Umweltprogramme auf einzelne Regionen beschränken.
 
Die Kürzungen der Subventionen in Großbetrieben werden vor allem in Zypern und in den skandinavischen Ländern begrüßt. Auch in Deutschland, Frankreich und Tschechien liegt die Zahl der Befürworter von Kürzungen bei rund 52 Prozent und damit leicht über dem EU-Durchschnitt von 47 Prozent. Nur im Vereinigten Königreich findet die Obergrenze der Direktzahlungen mit lediglich 39 Prozent weniger Anhänger. In Österreich sind nach der Umfrage der Kommission 49 Prozent für Kürzungen in Großbetrieben und 33 Prozent dagegen.

Divergenz bei Ökologisierungsplänen

Die Meinung der EU-Bürger zur Agrarumweltpolitik geht weit auseinander. Besonders die Skandinavier, Frankreich, Luxemburg und Zypern liegen auf Kommissionslinie. Dort möchte eine deutliche Mehrheit von 53 bis 69 Prozent die Direktzahlungen an die Einhaltung von Umweltauflagen knüpfen. Für das bisherige Konzept von maßgeschneiderten Umweltprogrammen in den Regionen sprechen sich dagegen eine einfache Mehrheit von 40 bis 45 Prozent der Befragten in Deutschland, Österreich und Portugal aus. In Österreich und Deutschland werden die Agrarumweltprogramme der 2. Säule der GAP besser als im EU-Durchschnitt angenommen.

Regionale Produkte aus kleinen Strukturen

Kleine Betriebe sollten nach Ansicht vieler Befragter eine besondere Unterstützung bekommen, weniger wegen des Landschaftsbildes als wegen ihrer Bedeutung für die Sozialstruktur auf dem Lande. Neun von zehn Befragten begrüßen lokale Produkte und möchten, dass die regionale Vermarktung von der Politik unterstützt wird. 65 Prozent der Antworten halten Erzeugnisse aus Bergregionen für vorteilhaft. Allerdings bemängelte eine Mehrheit, regionale Erzeugnisse beim Einkauf nur schwer zu erkennen. Einig waren sich die Befragten auch in ihrer Forderung nach Transparenz. 62 Prozent möchten, dass die Empfänger von Agrarsubventionen zusammen mit der Höhe der erhaltenen Beträge veröffentlicht werden.
 
Im Rahmen dieser jüngsten Eurobarometer-Umfrage wurden im Mai 2011 in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union rund 27.000 EU-Bürger zu ihren agrarpolitischen Meinungen befragt.
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