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Wirtschaft

Umsatz von KWS legt kräftig zu

aiz/pd
am
28.02.2012

Einbeck - Das Saatzuchtunternehmen KWS Saat AG steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 um 27 Prozent auf 191,5 Millionen Euro.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich im Vorjahres-Vergleich um 8,4 Millionen Euro auf 31,2 Millionen Euro. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die eigentliche Verkaufsaktivität in den Hauptgeschäftsfeldern Mais und Zuckerrüben erst im Frühjahr starte, und das Ergebnis des ersten Halbjahres vor allem von Kosten geprägt sei, erklärte Hagen Duenbostel, Finanzvorstand der KWS Saat AG, in einer Aussendung.
 
Wegen guter Getreide- und Maisgeschäfte im ersten Geschäftshalbjahr hebt KWS die Umsatzprognose leicht auf rund 940 Millionen Euro (zuvor 910 Millionen Euro) an und rechnet mit einer EBIT-Marge von knapp 12 Prozent. Durch die starke Nachfrage im Hybridroggengeschäft und dem deutlich erhöhten Absatz in Polen stiegen die Erlöse im Getreidesegment um 23 Prozent auf 78,1 Millionen Euro.

KWS profitiert vom Maisgeschäft

Besser als vom Unternehmen erwartet, entwickelten sich auch die Umsätze im Maisgeschäft. Forciert vom Wachstum in den wichtigsten Märkten Nordamerika, Frankreich und Deutschland kletterten diese um fast 34 Prozent auf 71,5 Millionen Euro. Die Erlöse im Segment Zuckerrüben erhöhten sich um 22 Prozent auf 37,2 Millionen Euro. Vor allem Kunden aus den Niederlanden und Russland hätten ihre Saatgutkäufe bei Zuckerrüben vorgezogen.

Mehr Investitionen, neue Arbeitsplätze

Zur Sicherung des langfristigen Wachstums stellt KWS im In- und Ausland zusätzliche Mitarbeiter ein. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Beschäftigten auf 3.885 (3.561). Für den Erwerb neuer Züchtungsflächen und Gebäude für das Kartoffelgeschäft in den Niederlanden sowie für den Ausbau der Produktionskapazitäten in Argentinien erhöhte das Unternehmen seine Investitionen um knapp sieben Millionen Euro auf insgesamt 27 Millionen Euro, die Abschreibungen lagen mit 10,9 Millionen Euro deutlich darunter.

Keine neuen Freilandversuche

Wegen der seit Jahren anhaltenden Diskussionen um den Einsatz der Grünen Gentechnik in Deutschland will das Unternehmen bis auf weiteres in Deutschland keine weiteren Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen anlegen, kündigte Vorstandsmitglied Hagen Duenbostel an. Der Saatguthersteller hatte in den vergangenen Jahren in Wetze bei Northeim sowie Üplingen am Rande der Magdeburger Börde Freilandversuche angelegt, diese aber mit massivem Aufwand schützen müssen: Neben einer Umzäunung wurde auch ein Sicherheitsdienst eingesetzt, um das Feld vor Zerstörungen durch Gentechnikgegner zu bewahren. Trotz dieser Schutzmaßnahmen wurde das Feld bei Wetze Anfang Juni 2011 teilweise zerstört.
 
 
Für weitere Freilandversuche müssten die geeigneten Voraussetzungen vorliegen, nämlich eine Nachfrage aus dem Markt sowie eine veränderte gesellschaftliche Diskussion. Einen erneuten Antrag für Freilandversuche in Deutschland mit der Roundup Ready Zuckerrübe habe man dennoch gestellt, um schnell reagieren sowie gentechnisch veränderte Zuckerrüben für den Schaugarten in Üplingen bereitstellen zu können.
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